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Vertraulichkeitsvereinbarungen (Non-Disclosure Agreements, NDAs) gehören zu den häufigsten Verträgen im Geschäftsverkehr. Ob vor Unternehmenstransaktionen, Joint Ventures, Technologiekooperationen, Lizenzverhandlungen oder schlicht beim Austausch sensibler Geschäftsinformationen – kaum eine geschäftliche Beziehung kommt ohne ein NDA aus. Die Herausforderung in der Praxis: Jede Rechtsabteilung, jede Kanzlei und jedes Unternehmen hat ein eigenes Standard-NDA, das sorgfältig ausgearbeitet wurde und den eigenen Interessen optimal dient. Dieses Standard-NDA enthält typischerweise bilaterale Pflichten, ausgewogene Definitionen vertraulicher Informationen, angemessene Laufzeiten, Rückgabepflichten, Vertragsstrafen und Gerichtsstandsklauseln. Die Realität der Verhandlung sieht jedoch oft anders aus.
„Unsere Website? Die reicht. Die läuft seit 15 Jahren, die Fotos haben wir irgendwann mal erneuert, an der Mandantenlage hat sich nichts geändert.“ So oder so ähnlich klingt es in vielen Kanzleien, wenn jemand intern vorsichtig das Thema Außenauftritt anspricht. Und auf den ersten Blick stimmt das. Die Mandate sind da, die Auslastung passt, die Reputation trägt - zumindest, wenn man nur auf die letzten Jahre schaut. Parallel dazu fließt in fast allen Kanzleien Geld in Sichtbarkeit, ob in Kanzleiportale oder klassische Stellenanzeigen.
„Ich bin der Hausarzt von Mördern, Totschlägern, Vergewaltigern, Kinderschändern, Erpressern, Betrügern und Dieben. Ich bin RAF-Terroristen begegnet, Wirtschaftskriminellen, Brandstiftern und Frauen, die ihr Baby umgebracht haben. Aber auch von vielen Eierdieben. Im Knast ist alles echt. Hier stehst du nicht mehr auf Brettern, die die Welt bedeuten. Hier stehst du knöcheltief in der Scheiße, bist konfrontiert mit einer Realität, die dir alles abverlangt.“ Das schreibt Joe Bausch im Klappentext seines Buchs „Knast“. Doch wie sieht die Realität hinter Gefängnismauern wirklich aus?
In einer mittelständischen Wirtschaftskanzlei sitzt der Partnerkreis nach der dritten Gesprächsrunde zusammen. Die fachliche Eignung des Kandidaten steht außer Frage. Nach mehreren Gesprächen, positiven Eindrücken und guten Referenzen fällt dennoch der Satz: „Fachlich stark. Aber passt er wirklich zu dem, was wir jetzt brauchen?“ Die Position bleibt offen. Nicht, weil es keine Bewerbung gibt. Sondern weil am Ende keine Einigkeit darüber herrscht, worauf es in dieser Rolle wirklich ankommt.
Lichtschranken zur Geschwindigkeitsermittlung im Straßenverkehr sind eine seit langer Zeit praktizierte Messtechnik. Das Auftreten von Messfehlern machte dabei eine ständige Weiterentwicklung der Messtechnik, von der 2-fach-Lichtschranke über die 3-fach-Lichtschranke „3131 JK“ zur 3-fach-Lichtschranke des Typs „µP 80“, erforderlich. In den Jahren 1990 und 1991 festgestellte Messfehler machten schließlich die Aufrüstung von der bis dahin verwendeten Zweifachmessroutine zur Vierfachmessroutine des Typs „µP 80 V III/4“ notwendig.
Die juristische Welt erlebt derzeit ihren vielleicht größten Stilbruch seit der Einführung des Computers. Ein Assistent hält Einzug und verändert die Kanzleien und Rechtsabteilungen grundlegend. Ein Assistent, der nie müde ist, keine Anweisung übersieht und in Sekunden analysiert, wofür Menschen Stunden bräuchten. Generative KI (GenAI) verschiebt die Spielregeln des juristischen Arbeitens. Dennoch entscheidet nicht die Technik über Qualität, sondern die Präzision der Anleitung. Wer schlecht promptet, bekommt schlechte Antworten. Wer präzise promptet, erschließt völlig neue Arbeitsweisen. Gleichzeitig entstehen mit No-Prompt-Systemen und KI-Agenten neue Ansätze, die das Prompting reduzieren oder vollständig abstrahieren. Je autonomer solche Systeme arbeiten, desto stärker verändern sie die Arbeitsabläufe und desto wichtiger wird die Frage, wie sich anwaltliche Kontrolle, Nachvollziehbarkeit und Qualitätssicherung aufrechterhalten lassen. Effizienzgewinne sind möglich, setzen aber eine klare Governance und technisch wie organisatorisch abgesicherte Prozesse voraus.
Wer neue Mitarbeitende in der Kanzlei einarbeitet, weiß: Die ersten Wochen entscheiden darüber, ob jemand schnell entlastet oder dauerhaft Zeit bindet. Die Expertinnen Birgit Benker und Ronja Tietje wissen aus langjähriger Praxis, wie neue Mitarbeitende Struktur finden, Mandanten sicher steuern und die Kanzlei wirklich entlasten. Im Interview erklären sie, wie Mitarbeitende schnell produktiv werden und wie Kanzleien typische Fehler, Zeitverluste und Haftungsrisiken vermeiden.
Digitalisierung verändert die Kanzleiwelt. Künstliche Intelligenz, Legal-Tech-Anwendungen und digitale Workflows gehören längst zum Arbeitsalltag. Doch mit neuen Möglichkeiten entstehen auch neue rechtliche Herausforderungen.

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