Julia Torner ist freie Texterin und schreibt schwerpunktmäßig längere Sachtexte für Kanzleien und Legaltech-Unternehmen. Wenn sie nicht gerade nach einer passenden Formulierung sucht, reist sie gern oder trinkt eine gute Tasse Kaffee in Berlin oder Hamburg.
14.05.2026
Montagmorgen, 8:30 Uhr. Der Kaffee ist noch heiß und der Posteingang schon erstaunlich voll. 27 neue Mails, drei davon als „dringend“ markiert. Offenbar haben nicht alle am Wochenende entspannt. Auf dem zweiten Bildschirm der zähe Schriftsatzentwurf (Muss heute raus!) und daneben das Handy, das alle paar Minuten vibriert. Ein Kollege steckt den Kopf durch die Tür: „Hast du kurz Zeit?“ Während der Cursor blinkt, springen die Gedanken zwischen Norm, Sachverhalt, Frist und Posteingang. Und: Hat heute nicht irgendwer Geburtstag? Alles ist wichtig. Alles gleichzeitig.
Subjektiv fühlt sich das produktiv an. Tatsächlich ist es aber geistige Überlastung. In der Lern- und Kognitionspsychologie spricht man von cognitive load. Mit anderen Worten: Anwaltsalltag.









