Beiträge von: Julia Torner

Julia Torner ist freie Texterin und schreibt schwerpunktmäßig längere Sachtexte für Kanzleien und Legaltech-Unternehmen. Wenn sie nicht gerade nach einer passenden Formulierung sucht, reist sie gern oder trinkt eine gute Tasse Kaffee in Berlin oder Hamburg.
10 Gründe, warum Laufen der perfekte Sport für Anwälte ist
Das neue Jahr ist noch jung und die Vorsätze für 2023 werden emsig befolgt. Regelmäßig ganz oben auf der Liste: mehr Sport treiben. Das Anwaltsleben ist geprägt von sitzender Tätigkeit: am Schreibtisch sitzen, bei Gericht sitzen, im Mandantengespräch sitzen – da ist Ausgleich nötig. Eine der besten Möglichkeiten, sowohl die körperliche Trägheit als auch den begleitenden Stress des Anwaltsalltags zu kompensieren, bietet das Laufen.
Über Weihnachtsgrüße aus der Kanzlei
Bald ist´s wieder soweit: Weihnachtskartenzeit! Es ist doch ein schöner Brauch, wenn Kanzleien alljährlich in der Vorweihnachtszeit wieder stimmungsvolle Weihnachtskarten an Mandanten und Anwaltskollegen verschicken. Doch es gibt auch vereinzelte Zweifler, die meinen, diese gute Sitte des Geschäftslebens sei mittlerweile überholt.
Working Nine to Five für’s Bruttosozialprodukt – Lieder und Songs rund um die Arbeit
Musik und Arbeit haben etwas gemeinsam: beides kann die Stimmungslage beeinflussen. Viele Songtexte thematisieren den ungeliebten Montagmorgen, das frühe Aufstehen und die "harte Arbeit für kargen Lohn", andere wiederum den arbeitsreichen Aufstieg auf der Karriereleiter. Im Folgenden zitiere ich jeweils einige Zeilen ausgewählter Songs. Wer etwas musikalische Inspiration für den Wochenstart, den Freitagnachmittag oder die vielen Tage dazwischen braucht, wird hier vielleicht Neues entdecken. Kopfhörer auf und einfach mal Reinhören!
Präsentismus: Über die Unsitte, krank zur Arbeit zu gehen
Stellen Sie sich vor, Sie kommen an einem nasskalten Herbstmorgen gut gelaunt zur Arbeit. Sie sind voller Elan, denn die letzte Arbeitswoche vor dem langersehnten Urlaub steht an. Zwei Wochen Bali. Endlich Sonne und Wärme. Und so sitzen Sie an diesem Morgen mit einem aromatischen Kaffee an ihrem Schreibtisch, geben sich etwas der Tagträumerei hin, haben sattgrüne Reisfelder und palmengesäumte Strände vor Augen, als sie unvermittelt in die Realität katapultiert werden. Ihre Sekretärin guckt zur Tür rein und will gerade "Guten Morgen!" wünschen, erleidet aber im selben Moment einen spontanen Hustenanfall, wendet sich kurz ab und putzt sich die Nase.
Das Komma beherrscht den Satz
"Endlich, ein Artikel über das Komma!" – Ich weiß, was Sie denken. Ihre Freude hält sich in Grenzen. Ich ahne, dass ein Beitrag zu grammatikalischen Themen nicht Ihre morgendliche Lieblingslektüre ist. Aber dieser Artikel über das kleine Komma ist anders. Schenken Sie ihm nur zwei Minuten Ihrer kostbaren Aufmerksamkeit und ich verspreche Ihnen: Sie werden schmunzeln und Sie werden etwas lernen. Keine schlechte Kombi, oder?
Über anwaltliche Formulierungskünste und den Dunning-Kruger-Effekt
Anwälte müssen geschliffen formulieren können. Sei es die rhetorische Verve vor Gericht, die empathischen Worte im Mandantenschreiben oder die brillante Argumentation im Schriftsatz. Wer sich in seinen Texten jedoch in endlosen Bandwurmsätzen verzettelt, stilistisch aufgrund eines begrenzten Wortschätzchens wenig Abwechslung bietet und Komma- und Rechtschreibfehler in unglücklicher Regelmäßigkeit produziert, lenkt damit die Aufmerksamkeit vom Inhalt weg, hin zum Stil. Der Empfänger, im ungünstigsten Fall: der Richter, wird den Schriftsatz mit vorwurfsvoll hochgezogener Augenbraue lesen und sich dann seinen Teil denken. Wie heißt es im Englischen doch so schön: "You never get a second chance to make a first impression." Doch auch die Gegenseite wird hämische Freude empfinden, wenn sie derart verunglückte Schriftsätze erhält. Eine souverän formulierte Replik ist dann für sie nämlich schon die halbe Miete.
Neue Dresscodes zwischen Büro und Homeoffice: Ist jetzt täglich Casual Friday?
In den letzten zwei Jahren wurde die Arbeit aus dem "Homeoffice" salonfähig. Mandantengespräche, Gerichtsverhandlungen, Jobinterviews und Meetings wurden vom Bildschirm am heimischen Esstisch aus geführt. Diese Umgebung schien das Informelle quasi einzuladen und hat strenge Dresscodes – quasi über Nacht – gelockert.
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Großkanzlei. Der Traum vieler Studenten und Referendare. Wer frisch nach dem Examen in einer Großkanzlei anfängt, freut sich über den renommierten Kanzleinamen im Lebenslauf, spannende Mandate und ein üppiges Gehalt. Die Einstiegshürde? Top Noten, Promotion, flotter Lebenslauf und eine gute Performance im Bewerbungsgespräch. Nicht viel für einen anspruchsvollen Job mit einem Anfangsgehalt von mindestens 100.000 EUR. Kein kanzleieigenes Assessment-Center, kein differenziertes Auswahlverfahren? "Braucht es nicht, solange die Noten stimmen", sagt die Personalabteilung. Doch wie aussagekräftig sind die Examensnoten wirklich?
Der Doppelpunkt – Für Schriftsätze mit Stil

Der Doppelpunkt ist ein Satzzeichen, das Sie vermutlich eher selten benutzen. Trotz seiner Eigenschaft als wunderbares Stilmittel ist er nicht sonderlich beliebt. Dieses Schicksal teilt er mit seinen Freunden, dem Gedankenstrich und dem Semikolon. Doch wenn Sie erstmal wissen, wo der Doppelpunkt in der Schriftsprache hingehört, könnte sich das ändern. Es ist auch ganz einfach.

Verwöhnte Anwälte – Mikrokosmos Großkanzlei

„Bei Deinen Examina nehmen die Dich mit Kusshand!“ – Thomas  lässt diesen Satz seines besten Kumpels noch nachwirken, während er in  der WG-Küche am dampfenden Kaffee nippt. Heute ist sein erstes  Bewerbungsgespräch. Er hat sein Examen erst vor ein paar Wochen mit 12  Punkten bestanden. Direkt im Anschluss flog er mit Freunden nach Bali  und zwei Tage nach seiner Rückkehr kam schon der Anruf mit der Einladung  einer namhaften Kanzlei. Woher sie seine Noten kannten und seine  Rufnummer hatten, weiß er nicht. Es ging Alles so unkompliziert, ein  bisschen wie in einem amerikanischen Film. „Die Firma“ denkt er und grinst.

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