Julia Torner ist freie Texterin und schreibt schwerpunktmäßig längere Sachtexte für Kanzleien und Legaltech-Unternehmen. Wenn sie nicht gerade nach einer passenden Formulierung sucht, reist sie gern oder trinkt eine gute Tasse Kaffee in Berlin oder Hamburg.
08.09.2022
Anwälte müssen geschliffen formulieren können. Sei es die rhetorische Verve vor Gericht, die empathischen Worte im Mandantenschreiben oder die brillante Argumentation im Schriftsatz. Wer sich in seinen Texten jedoch in endlosen Bandwurmsätzen verzettelt, stilistisch aufgrund eines begrenzten Wortschätzchens wenig Abwechslung bietet und Komma- und Rechtschreibfehler in unglücklicher Regelmäßigkeit produziert, lenkt damit die Aufmerksamkeit vom Inhalt weg, hin zum Stil. Der Empfänger, im ungünstigsten Fall: der Richter, wird den Schriftsatz mit vorwurfsvoll hochgezogener Augenbraue lesen und sich dann seinen Teil denken. Wie heißt es im Englischen doch so schön: "You never get a second chance to make a first impression." Doch auch die Gegenseite wird hämische Freude empfinden, wenn sie derart verunglückte Schriftsätze erhält. Eine souverän formulierte Replik ist dann für sie nämlich schon die halbe Miete.









