Julia Torner ist freie Texterin und schreibt schwerpunktmäßig längere Sachtexte für Kanzleien und Legaltech-Unternehmen. Wenn sie nicht gerade nach einer passenden Formulierung sucht, reist sie gern oder trinkt eine gute Tasse Kaffee in Berlin oder Hamburg.
31.05.2022
Einen Fachmann oder eine gute Freundin aktiv um Rat oder innerhalb einer Gruppe nach Feedback zu fragen, kann bei Problemen sehr erhellend sein und neue Erkenntnisse bringen. Doch wie sieht es aus, wenn man von Leuten Ratschläge erhält, die man gar nicht gefragt hat? Junge Juristen beim Eintritt ins Berufsleben können ein Lied davon singen. Wenn sie sich nach dem Referendariat für eine Selbstständigkeit mit eigener Kanzlei entscheiden oder gar beabsichtigen, eine nichtjuristische Karriere einzuschlagen, ist Gegenwind – ungefragt und verpackt als "gut gemeinter Rat" – vorprogrammiert. Eltern, Ausbilder, karrierebewusste Kommilitonen – sie alle meinen, intervenieren zu müssen. Wer sich in einem Umfeld mit Angestellten bewegt, ruft Zweifler auf den Plan. Mahnend haken sie nach, ob man sich das mit der Selbstständigkeit auch gut überlegt hat und regen an, doch erstmal als Angestellter in einer Kanzlei ein paar Jahre gutes Geld zu verdienen. Dass man sich zuvor durchaus Gedanken über die eigene Karriereentscheidung gemacht hat, wird ignoriert.
Ungefragter Rat erzeugt Stress. Doch, warum eigentlich?









