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B. beA – Updates

Das beA-Update auf die Version 3.10 hat gravierende Änderungen in der Optik und in der Bedienbarkeit mit sich
gebracht. Der Umstieg war leider mehr als holprig:

Mit Sondernewsletter 3/2022 vom Montag, 21.2.2022 kündigte die BRAK an, am Donnerstag, 24.2.2022 (Weiberfastnacht),
die Version 3.10 zur Verfügung zu stellen. Es erfolgte noch ein wichtiger Hinweis: „Bitte Entwürfe möglichst vor
Umstellung der beA-Version zu versenden!“
Anstelle des beA-Update wurde jedoch am 24.2.2022 die geplante
beA-Aktualisierung auf die Version 3.10 „kurzfristig“ abgesagt.

Am Samstag, 26.2.2022, erfolgte dann die Umstellung, ohne die Nutzer vorher zu informieren. Stattdessen gab es im
Nachhinein, am Rosenmontag, 28.2.2022 um14.50 Uhr einen weiteren Sondernewsletter Nr. 5/2022 mit einem
Tutorial-Video zur neuen beA-Version 3.10.

Planung und offene Kommunikation sieht anders aus. Der Screenshot im Sondernewsletter 5/2022 zeigt ein Bild vom
16.12.2021 und das neue Feld „Persönlich/vertraulich“, das erst in der Version 3.11 umgesetzt wurde, ist schon zu
sehen. Durchaus irritierend für die Anwender.

I.Änderungen der Version 3.10 im Überblick

1.Zugriff auf mehrere Postfächer

Hat ein Benutzer Zugriff auf mehrere Postfächer, so werden diese jetzt in einer alphabetischen Reihenfolge
dargestellt. Das zweite Postfach sieht man erst, wenn man auf den kleinen Pfeil hinter dem Ort klickt. In der
Version 3.10 konnte man nur 7 Postfächer auf einen Blick sehen, die weiteren Postfächer waren nur per
„Pfeil-nach-unten-Taste“ zu erreichen. Seit der Korrektur in Version 3.11 gibt es einen Rollbalken, um weitere
Benutzer einfacher zu erreichen.

2.Anlegen von Unterordnern

Das Anlegen von Unterordnern ist jetzt einfacher möglich. Unterhalb des Ordners „Papierkorb“ befindet sich ein Button
„Neuer Ordner“. Markieren Sie den Ordner, in welchem Sie einen Unterordner anlegen wollen. Danach kann direkt ein
neuer Ordner angelegt werden.

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3.Löschen von Unterordnern

Genauso einfach kann ein neuer Ordner mit dem Papierkorb-Symbol wieder gelöscht werden.

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4.Feldgröße zwischen Ordner und „Meine persönlichen Sichten“ verschieben

Die blaue Linie zwischen dem Postfach und den persönlichen Sichten des angemeldeten Benutzers kann – je nach
Bildschirmgröße nach oben oder unten verschoben werden.

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5.Meine persönlichen Sichten

Das Erstellen von persönlichen Sichten kann direkt mit dem Button „Sicht erstellen“ erfolgen. Das System wechselt in
die Einstellungen. Mit dem jetzt auf der rechten Seite befindlichen Button „Sichten verwalten“ kann man für mehrere
Anwälte gleichzeitig z.B. anzeigen lassen, ob sich im Ordner „Entwürfe“ noch Dokumente befinden, die noch nicht
versandt wurden.

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Praxistipp:

Nutzer von Anwaltssoftware, die mit ihrer Software versenden, sollten aus Haftungsgründen bei mehreren
Anwälten eine Sicht „Postausgang“ anlegen und in der beA-Webanwendung kontrollieren, ob sich in diesem
Ordner noch Nachrichten befinden. Sollte sich in diesem Ordner bei Feierabend noch eine Nachricht befinden,
weist dies darauf hin, dass die Nachricht noch nicht ordnungsgemäß beim Empfänger eingegangen ist. Bereits
am 4.10.2019 ist der 2. Zivilsenat des Saarländischen OLG (2 U 117/19) von einem Organisationsverschulden
des Prozessbevollmächtigten ausgegangen, wenn nicht sichergestellt wird, dass die automatisierte
Eingangsbestätigung (§ 130a Abs. 5 ZPO) kontrolliert wird. Auch diejenigen, die ausschließlich die
beA-Webanwendung verwenden, können bei mehreren Anwälten eine persönliche Sicht „Postausgang“
erstellen.

An dieser Stelle soll nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass es nicht genügt, wenn in der
Nachrichtenübersicht im Übermittlungsstatus der Hinweis „Erfolgreich“ angezeigt wird.

Dieser Hinweis ist derzeit noch auf der Seite des beA-Support-Portals unter dem Link https://portal.beasupport.de/neuigkeiten/nachweis-ueber-den-zugang-von-nachrichten-bei-gerichten-stellungnahme-der-brak
zu finden:

Nachweis über den Zugang von Nachrichten bei Gerichten – Stellungnahme der BRAK

Darin wird ausgeführt:

„§ 130a Abs. 5 S. 1 ZPO rekurriert nicht auf „die“ elektronische beA-Nachricht, sondern auf „das“ elektronische
Dokument. Ein elektronisches Dokument ist gem. § 130a Abs. 1 ZPO jeweils der vorbereitende Schriftsatz und jeweils
seine Anlagen sowie die sonstigen in der Vorschrift genannten Dokumente. Daher nimmt die automatisierte
Eingangsbestätigung nicht Bezug auf die beA-Nachricht, sondern bestätigt ausdrücklich in der Auflistung der
übermittelten elektronischen Dokumente deren Eingang auf der für den Empfang bestimmten Einrichtung des Gerichts,
also dem Intermediär, an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit. Die Auflistung der übermittelten Dateien
in der Eingangsbestätigung ist also nicht nur schmückende Beiwerk, sondern „die“ automatisierte Eingangsbestätigung
bezogen auf genau diese Dokumente. Mehr bedarf es nicht, um den fristwahrenden Eingang des anwaltlichen
Schriftsatzes bei Gericht nachzuweisen (vgl. BT-Drucksache 17/12634, S. 26).“

6.Funktions-Button wandern an den rechten Seitenrand

Die bisher oberhalb der Nachrichtenübersicht befindlichen Button für die Funktionen sind an den rechten Seitenrand
gewandert und werden jetzt nach Priorität aufgeführt. Bislang in den Einstellungen versteckt war die Spaltenauswahl,
die jetzt direkt über die Leiste erreicht werden kann.

Ebenso findet sich direkt die Möglichkeit, eine Adresse „In mein Adressbuch speichern“.

Wer die Inhalte der Symbole verinnerlicht hat, kann die Beschreibung mit den unteren Doppelpfeiltasten wegklicken,
das vergrößert bei kleineren Monitoren die Nachrichtenübersicht. Mit „Mouse-Over“ wird angezeigt, was sich hinter
den Symbolen verbirgt.

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7.Neue Nachricht öffnet sich im selben Fenster

Gravierend zu den Vorgängerversionen ist der Unterschied, dass eine neue Nachricht sich innerhalb des Hauptfensters
öffnet. Weitere Fenster, die das Ausschalten von Pop-Up-Blockern erfordern, sind nicht mehr notwendig. Nachteil ist
allerdings, dass lediglich ein Nachrichtenfenster geöffnet werden kann, mehrere Nachrichtenfenster gleichzeitig sind
nicht mehr möglich.

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Achten Sie darauf, die Nachricht als Entwurf zu speichern, bevor Sie den Linkspfeil betätigen, da das Bestätigen der
Meldung mit „Ja“

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den Entwurf verliert und sämtliche Eingaben erneut erfolgen müssen. Positiv ist, dass der Ablauf des Zeitfensters
jetzt immer im Blick bleibt und jederzeit wieder hochgesetzt werden kann.

8.Mehrere Empfänger in einer Nachricht

Nunmehr können, auch bei der Anforderung eines elektronischen Empfangsbekenntnisses (eEB), mehrere Empfänger
gleichzeitig adressiert werden. Das System sendet allerdings einzelne Nachrichten an jeden Empfänger. Der jeweilige
Empfänger kann nicht erkennen, dass an weitere Empfänger die Nachricht ebenfalls versandt wurde. Wenn Sie den
Gerichten Arbeit ersparen wollen, weisen Sie darauf hin, wer den Schriftsatz ebenfalls erhalten hat. An ein Gericht
kann kein eEB gesendet werden, das Feld ist ausgegraut. Da es die automatisierte Eingangsbestätigung gibt, ist ein
eEB auch nicht erforderlich. Das Feld „Strukturdatensatz“ wird jetzt versteckt und der Strukturdatensatz wird erst
in der gesendeten Nachricht als „xjustiz-nachricht.xml“ dargestellt. Dennoch findet sich unterhalb des Feldes
„Aktenzeichen Sender“ das Pflichtfeld „Justizbehörde“. Dort trägt das System automatisch das als Empfänger
angegebene Gericht ein. Wird nur an einen Anwalt zugestellt, so ist dort als „Justizbehörde“ der Eintrag „Unbekannt“
anzuklicken.

Der externe Strukturdatensatz bezieht sich auf Nachrichten, mit denen eine Schutzschrift versendet wird. Außerhalb
der Verfahren des ZSSR ist dieses Feld unbeachtlich.

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9.Entfall des Nachrichtentyps

Die Auswahl: Allgemeine Nachricht, Mahnantrag oder Testnachricht ist entfallen. Das Feld wird nicht mehr abgefragt.
Mahnanträge oder Folgenachrichten im Mahnverfahren können dennoch problemlos über das beA verschickt werden.

10.Nachrichtentext

Anstelle das Nachrichtenfeld (wie eigentlich geplant, da es von der Justiz nicht maschinell ausgelesen werden kann)
komplett wegfallen zu lassen, holt die BRAK das mittlerweile unter die Dateinamen versteckte Feld „Nachrichtentext“
wieder ans Licht. Sie schreibt dazu:

„Aufgrund geänderter Anforderungen der Justiz an die Nachrichtenstruktur kann ein Nachrichtentext zukünftig nicht
mehr im Textfeld einer beA-Nachricht an einen Empfänger übertragen werden. Die beA-Webanwendung ermöglicht es dem
Benutzer indes weiterhin, das Eingabefeld für den Nachrichtentext wie bisher ausfüllen. Um gleichwohl den
Anforderungen der Justiz zu genügen und die Übertragung des Nachrichtentextes sicherzustellen, wandelt die
beA-Webanwendung beim Speichern und Senden eines Nachrichtenentwurfs automatisch den eingegebenen Nachrichtentext in
das Format PDF mit dem vordefinierten Namen „Nachrichtentext.pdf“ um und fügt ihn als Anhang der Nachricht hinzu. So
können Sie auch weiterhin die Option nutzen, dem Empfänger Ihrer Nachricht durch Nutzung des Felds „Nachrichtentext“
Informationen zu übermitteln.“

Daher erfährt auch die „Nachrichten-Fußzeile“ eine Aufwertung: Beim Erstellen einer neuen Nachricht lädt der Button
an prominenter Stelle zum Klicken ein (vorausgesetzt, man hat die Fußzeile vorher für jeden Anwalt angelegt, maximal
eine Fußzeile ist möglich).

Wichtig zu wissen:

Es handelt sich um einen „Blankobogen“ ohne Absenderinformationen und
Kommunikationsdaten. Hinzu kommt, dass die generierte PDF-Datei nicht automatisch ausgelesen werden kann,
der Empfänger muss diese Datei öffnen, um den Nachrichtentext zu lesen.

11.Änderung der Nachrichtenstruktur und Vertrauenswürdiger Herkunftsnachweis (VHN 2)

Im Hinblick auf die Diskussionen zum Wegfall des signierten Zeitstempels beim Nachrichtenexport (vgl. eBroschüre
5/2021 Rn 29 ff.) ist interessant zu lesen, dass die BRAK die Vorbereitungen und Anpassungen im Rahmen des Updates
auf die Version 3.10 umgesetzt hat, dies zunächst für den Anwender noch keine Auswirkungen habe, da „die
tatsächliche Umstellung auf die neue Nachrichtenstruktur erst zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden
wird, wenn alle Partner im elektronischen Rechtsverkehr die notwendigen Anpassungen vorgenommen haben.“

Zu diesem Zweck soll eine fortgeschrittene elektronische Signatur (feS) zu einer neu eingeführten Datei „vhn.xml“
erstellt und zusammen mit der „vhn.xml“ jeder Nachricht hinzugefügt werden.

II.Änderungen der Version 3.11 im Überblick

Mit Sondernewsletter vom 28.3.2022 wurde die neue beA Version 3.11 angekündigt und zum 31.3.2022 umgesetzt. Wie immer
geht mit der neuen beA Version auch ein Update der beA Client Security einher. Das führte für 100 Minuten zu
Performance-Einbußen:

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Und dann kamen noch 45 Minuten Ausfall der Telefonanlage dazu:

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Und am 2.4. wurde nachts eine neue Version der beA Client Security zur Verfügung gestellt:

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Dies führte in dieser Zeit zu folgender Fehlermeldung:

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Die neue Version der beA Client Security lautet: 3.11.0.3

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1.Erhöhung der Dateianzahl und Dateimengen

Zum 1.4.2022 erhöhte sich die Anzahl der möglichen Dateien in einer Nachricht von 100 Dateien auf 200 Dateien und von
60 MB auf 100 MB. Ab 1.1.2023 werden diese nochmals erweitert: Auf dann 1.000 Dateien und 200 MB.

2.Kennzeichnen von Nachrichtenentwürfen als „Persönlich/vertraulich“

Waren bislang die Kästchen „Dringend“ und „Zu prüfen“ nur für die interne Bearbeitung, wurden nicht an den Empfänger
übertragen und sollen zu dem zukünftigen Zeitpunkt ersatzlos entfallen, gibt es nun ein weiteres Kästchen
„Persönlich/vertraulich“:

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Dieses dient dazu, Nachrichten von Anwalt zu Anwalt gemäß § 25 BORA zu kennzeichnen. Für die Übersendung an Empfänger
außerhalb des beA (Gerichte, Behörden etc.) ist das Feld nicht geeignet. Damit diese in der Nachrichtenübersicht
angezeigt werden können, ist in der Spaltenauswahl der Begriff „Persönlich/vertraulich“ in die rechte Spalte zu
übernehmen. Dann ist ein kleines graues Schloss ersichtlich.

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Die BRAK weist darauf hin: „In der Druckansicht nach Betätigung der Schaltfläche „Drucken“ und im
Nachrichtenexport nach Betätigung der Schaltfläche „Exportieren“ ist das Kennzeichen „persönlich/vertraulich“ in der
beA-Version 3.11 nicht sichtbar. Diese Funktionalitäten werden mit einer der folgenden Versionen der
beA-Webanwendung zur Verfügung gestellt werden.“

3.Vereinfachte Auswahl von Authentifizierungstoken

Es gibt verschiedene Bezeichnungen für die beA-Karte, sie wird auch Sicherheitstoken oder Authentifizierungstoken
genannt. Ab der Version 3.11 wird der Sicherheitstoken direkt ausgewählt, wenn nur ein Sicherheitstoken (entweder
die beA-Karte = Hardwarezertifikat (HW) oder das Softwarezertifikat (SW) vorhanden ist.

4.Unterstützung von Signaturkarten der Generation D-Trust 4.1

Die BRAK teilt mit, dass mit Bereitstellung der beA-Version 3.11 Signaturkarten der Generation D-Trust 4.1 in der
beA-Webanwendung für das Anbringen qualifizierter elektronischer Signaturen verwendet werden können.

5.Vorbereitungen auf eine neue Generation von Chipkarten der Bundesnotarkammer

In der beA Version 3.11 wurden die notwendigen technischen Voraussetzungen geschaffen, um die neue Generation von
Chipkarten zu nutzen. Die BRAK wird zu einem späteren Zeitpunkt über den Umstellungsvorgang noch einmal genauer
informieren.

6.Fehlerbehebungen

Während einige Fehler mit neuen Updates immer wieder behoben werden, gibt es als „Known Issue“ noch einige
Fehler:

  • Fehler nach der Aktualisierung der beA Client Security auf TerminalserverWird die beA Client
    Security in Verbindung mit einem Terminalserver verwendet, so erscheint bei einer gleichzeitigen Nutzung
    mehrerer Anwender die Meldung „Fehler beim Starten der beA Client Security“. Mit dem Update vom 2.4.2022
    erfolgte die Behebung des Fehlers..
  • Auffälligkeit beim Export von Nachrichten mit großen AnhängenMit der beA-Version 3.11 werden
    die für den Versand von Nachrichten mit mehr Datenvolumen erforderlichen Anpassungen der beA-Webanwendung
    bereitgestellt. Derzeit kann es noch vorkommen, dass es beim Export einer Nachricht mit Anhängen ab ca. 70 MB zu
    einer Fehlermeldung kommt und der Export nicht erfolgt. Einschränkungen beim Versand und Empfang von Nachrichten
    mit großen Anhängen bestehen nicht, solange diese die bekanntgemachten Grenzen nicht überschreiten. Die Behebung
    des Fehlers wird zeitnah erfolgen. Empfangene Nachrichten, die nicht exportiert werden konnten, können dann
    exportiert werden und müssen nicht erneut angefordert werden.
  • In Prüfung befindet sich auch:
  • Fehler im beA durch Übermittlung eines fehlerhaften StrukturdatensatzesIn Zusammenarbeit mit
    der Justiz werden derzeit Auffälligkeiten geprüft, die gemäß unseren Analysen auf die Übermittlung von
    fehlerhaften Strukturdatensätzen durch den Absender zurückzuführen sind. Beim Empfang einer solchen Nachricht
    erscheint einmalig eine Fehlermeldung, die besagt, dass der Strukturdatensatz invalide sei. Der Export einer
    solchen Nachricht ist dann oft nicht möglich. Zudem sind für diese Nachrichten die Rücksendungen von
    elektronischen Empfangsbekenntnissen ebenfalls meist nicht möglich. Wir verweisen entsprechend auf den
    Wissensdatenbankartikel Ersatzeinreichung bei technischen Störungen (beasupport.de).

III.Umgestaltung des Serviceportals

Seit dem 25.2.2022 präsentiert sich das beA-Serviceportal im neuen Look. Über Geschmack lässt sich bekanntlich
streiten. Nach Meinung der Autorin ist das neue beA-Portal eher unübersichtlicher geworden, zumal die Informationen
zu alten Updates nicht mehr oder nur sehr schwer auffindbar sind. Die „echten“ Menschen vermittelten eher Sympathie
als die stilisierten Personen, die jetzt zu sehen sind.

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Ein weiteres Manko ist die Abschaltung des persönlichen Log-In, bei dem man direkt ein Ticket einstellen konnte.
Derzeit bleiben nur noch die Möglichkeiten, den Support über E-Mail: servicedesk@beasupport.de und Montag bis
Freitag per Telefon von 8–20 Uhr unter 030 21 787 017 zu erreichen.

IV.Störungen seit Februar 2022

Hatten wir in der letzten Ausgabe die Störungen bis Ende Januar unter die Lupe genommen, so war der Februar geprägt
von Wartungsarbeiten. Diese wurden entweder am Wochenende oder nachts nach 00:30 Uhr vorgenommen. Leider endet die
aktuelle beA-Störungsdokumentation mit dem Stand 21.3.2022 bei den Wartungsarbeiten vom 26.2.2022, danach
eingetretene Störungen sind noch nicht dokumentiert.

V.eBO soll zum 1.6.2022 bereit stehen

Die Justiz teilt mit, dass die Produkte der Hersteller Governikus und Procilon ab dem 1.6.2022
bereitstehen sollen. Voraussichtlich im zweiten Quartal soll für die Kommunikation mit der Justiz auch das
kostenfreie OZG-Nutzerkonto verwendet werden können.

VI.Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit

Auf dem Dt. Anwaltstag in Hamburg wird am Donnerstag, 23.6.2022, von 11–12.30 Uhr ein Erfahrungsaustausch zum beA
stattfinden. Unter der Überschrift:

Praxis Review: 6 Monate aktive beA – Nutzungspflicht

findet eine Podiumsdiskussion mit Rechtsanwältin Julia von Seltmann von der BRAK, der Präsidentin des
Landgerichts Wiesbaden, Dr. Cornelia Menhofer, Rechtsanwalt und Mediator Dr. Thomas Lapp
(Vorstandsmitglied des EDV-Gerichtstages), Rechtsanwalt und Notar Ulrich Volk, und der Autorin dieses
Artikels statt. Moderiert wird die Diskussion von Rechtsanwältin Ulrike Silbermann, die ebenso wie Dr.
Lapp
und Ulrich Volk Mitglied des Ausschusses Elektronischer Rechtsverkehr des DAV ist.

Wir freuen uns, wenn Sie uns unter mail@abc-anwalt.de oder unter https://bea-abc.de/kontakt/
Ihre Erfahrungen mitteilen:

Die Gesetze und Verordnungen rund um den elektronischen Rechtsverkehr regeln den SOLLZUSTAND. Wie aber ist der
ISTZUSTAND? Was ist gut und was ist weniger gut umgesetzt worden in den ersten 6 Monaten des obligatorischen
ERV?

So hat die Finanzverwaltung mitgeteilt, dass sie Nachrichten, die über das beA eingehen nicht beantworten kann und
als bevorzugten Weg Anwälte ELSTER nutzen sollen.

Offenbar haben die Finanzämter, obwohl auch hier seit dem 1.1.2022 die aktive Nutzungspflicht gilt, sich mit dem
elektronischen Rechtsverkehr noch nicht befasst.

Hierzu auszugsweise eine Entscheidung des Amtsgerichts Hamburg vom 21.2.2022 – 67 h IN 29/22 (Volltext veröffentlicht
bei Burhoff: https://www.burhoff.de/asp_weitere_beschluesse/inhalte/6888.htm)

„Mit normaler Briefpost v. 7.2.2022, Eingang: 9.2.2022, stellte die Antragstellerin, ein Finanzamt, beim
Insolvenzgericht Hamburg einen Gläubigerinsolvenzantrag gegen die Schuldnerin…Das Insolvenzgericht hat mit
Verfügungshinweis v. 10.2.2022, der Antragstellerin am 15.2.2022 zugestellt, auf die Geltung v. § 130d ZPO i.V.m. §
4 InsO und auf die mangelnde Glaubhaftmachung der Zahlungsunfähigkeit der Antragsgegnerin hingewiesen. Mit
elektronischer Post, Servereingang am 17.2.2022, 14:30 Uhr, sandte die Antragstellerin kommentarlos den bisher unter
dem 7.2.2022 datierten Insolvenzantrag mit gleichem Wortlaut, aber mit Datum v. 16.2.2022, neu ein. …

Aus dem Bereich der Finanzämter sind Ersuchen an das Insolvenzgericht gerichtet worden, die Anwendung der
vorgenannten Vorschrift „auszusetzen“ oder ein „Moratorium“, zumindest ca. bis Ende März, für die Anwendung
vorzusehen, da teilweise die technischen Voraussetzungen zur Übermittlung v. Schriftstücken in elektronischer Form
noch nicht geschaffen bzw. die Anwendung noch teilweise nicht eingeübt bzw. die Anwendung noch teilweise nicht
sicher ablaufend sei. …

Die Einführung der vorgenannten Antragseinreichungsvoraussetzung kam daher mit einer Vorbereitungszeit v. acht Jahren
und 2,5 Monaten nicht überraschend. Zum anderen sieht die Norm kein gerichtliches Ermessen bei der Anwendung vor.
…Von einer Behörde ist zu erwarten, dass der Wortlaut des Gesetzes ohne weitere Hinweise zur erwarteten Umsetzung,
insbesondere, wenn dieser so eindeutig ist, wie die vorbezeichneten Normsätze, gelesen und zur Kenntnis genommen und
umgesetzt werden.

Soweit die Finanzverwaltungen teilweise an Insolvenzrichter herangetreten sind, um abzusprechen, wie solche
Glaubhaftmachungen im vorgenannten Sinne für den Bereich des § 130d Satz 2 und Satz 3 ZPO abzufassen sind und zu
lauten hätten, …

Das – mit im Grunde unverständlichem Schriftsatz v. 8.2.2022, der wiederum wegen § 130d ZPO unbeachtlich ist …“

Welche Erfahrungen haben Sie in Ihrem Bundesland und in Ihrem Fachbereich mit Gerichten und Behörden gemacht? Lassen
Sie uns gemeinsam daran arbeiten, den ERV zu optimieren.

Wir werden dazu in der nächsten E-Broschüre berichten.

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