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Buchrezensionen

Born, Unterhaltsrecht – Handbuch für die Praxis

65. Aufl. 2024, C.H. Beck, 3.140 S., 99 € mit Aktualisierungsservice / 149 € ohne Aktualisierungsservice

Das von Born herausgegebene Werk besteht aus der herkömmlichen Form der Loseblattsammlung, in die regelmäßig über den Aktualisierungsservice gelieferte Ergänzungsblätter manuell einsortiert werden müssen. Zusätzlich wird jedoch auch noch für die Abonnenten dieses Werkes ein Online-Zugriff bereitgestellt, der die Lektüre von zahlreichen Entscheidungsbesprechungen des Herausgebers Born im Beck-Rechtsprechungsdienst ermöglicht, die sich dann auch ausdrucken und als PDF-Datei speichern lassen.

Enthalten sind in dem Werk die Teile materielles Unterhaltsrecht, Verfahrensrecht, Unterhaltsansprüche mit Auslandsberührung, steuerrechtliche Fragen sowie einige praxisrelevante Gesetze und unterhaltsrechtliche Tabellen.

Im ersten Kapitel werden behandelt die nachehelichen Unterhaltstatbestände, Getrenntlebensunterhalt, Familienunterhalt, Kindesunterhalt, Verwandtenunterhalt, Unterhaltsansprüche der nicht verheirateten Mutter gegen den Vater des nichtehelichen Kindes und der Unterhalt bei eingetragener Lebenspartnerschaft.

Rangfragen werden im Kapitel „mehrere Unterhaltsberechtigte“ dargestellt; hierbei wird auch kurz auf die Mangelfallberechnung eingegangen. Allerdings ist das Kapitel 5 „Berechnungsmethoden“ derzeit nicht belegt.

Weiter werden behandelt die Auskunftspflicht und eidesstattliche Versicherung, Unterhalt für die Vergangenheit, die Rückforderung überzahlten Unterhalts und Unterhaltsvereinbarungen sowie Unterhalt und Sozialhilfe. Die besonders praxisrelevante Vorschrift des § 1579 BGB wird im Kapitel „Einwendungen gegen die Unterhaltspflicht“ erläutert.

Für die anwaltliche Beratungspraxis besonders wertvoll sind die beiden Kapitel „Maß des Unterhalts“ und „Bedarf. Bedürftigkeit. Leistungsfähigkeit. Einzelprobleme“ mit dem ausführlichen Stichwort-ABC zu den unterhaltsrechtlichen Einkünften und Abzugsposten. Denn in der unterhaltsrechtlichen Diskussion tauchen sehr oft Begriffe auf, deren unterhaltsrelevante Einordnung durchaus entscheidungsrelevant sein kann. Hier wird beginnend mit „Abänderung-Alttitel“ (Rn 6) bis Zweittätigkeit (Rn 777) eine Vielfalt von Stichworten behandelt, wobei allerdings Überschneidungen mit anderen Teilen des Werkes vorhanden sind, wie z.B. bei den Stichworten „nacheheliche Solidarität“ und „zeitliche Begrenzung und Herabsetzung“ zur Kommentierung von § 1578b BGB in Kap. 9 des Werkes. Auch finden sich Erläuterungen zum Wechselmodell in Kap. 3 Rn 720a und 299 sowie im Kap. 12 „Kindesunterhalt“.

Im Teil Verfahrensrecht behandeln die Verfasser die gerichtliche Zuständigkeit, das Klageverfahren bei isolierter Leistungsklage, besondere gerichtliche Verfahren (hier vor allem das Abänderungsverfahren), das Verbundverfahren, die vorläufige Sicherung und einstweilige Regelung, außergerichtliche Regelungen, die Zwangsvollstreckung und Verfahrenskostenhilfe. Die Teile „Unterhaltsansprüche in Fällen mit Auslandsberührung“ und „Steuerrechtliche Fragen“ runden das Werk ab.

Fazit: Naturgemäß haben gedruckte Werke auch in Form der Loseblattsammlung wie dieses gegen die heutigen Online-Publikationen mit deren sehr zeitnahen Aktualisierungen einen schweren Stand. Wer aber gerne auf ein gedrucktes Buch zugreifen möchte, in dem man auch in aller Ruhe blättern kann, ist mit diesem Werk gut bedient.

Dr. Wolfram Viefhues, weiterer Aufsicht führender Richter am AG a.D., Gelsenkirchen

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