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Sicher unterwegs: So schützen Sie Ihre Daten außerhalb der Kanzlei
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Sicher unterwegs: So schützen Sie Ihre Daten außerhalb der Kanzlei

Im digitalen Zeitalter ist es bequem, von überall auch auf die Kanzleidaten zuzugreifen. So z.B. bei Gericht, im Unternehmen des Mandanten, aber auch im Café. Doch dabei lauern Gefahren, besonders in öffentlichen WLAN-Netzwerken, wie sie auch in Hotels oder Bahnhöfen angeboten werden. Diese Netzwerke sind in der Regel ungesichert und können leicht von Hackern genutzt werden, um sensible Informationen abzugreifen. Wenn möglich, verzichten Sie darauf, sich in öffentliche Netzwerke einzuwählen. Denn sie sind wie ein offenes Scheunentor, mit dem Sie Ihre Daten auf einem Silbertablett anbieten.

Wenn Sie ein öffentliches WLAN ausnahmsweise nutzen müssen, setzen Sie unbedingt auf ein Virtual Private Network (VPN). Surfen Sie über einen VPN, erfolgt die Übertragung der Daten verschlüsselt, sodass diese nicht von Dritten mitgelesen werden können.

Eine sicherere Alternative ist der mobile Hotspot Ihres Smartphones. Ihr Handy stellt eine Verbindung über das Mobilfunknetz her, das deutlich sicherer ist als ein öffentliches WLAN. Achten Sie dabei jedoch darauf, dass der Hotspot Ihres Smartphones mit einem sicheren Passwort geschützt ist.

Aber nicht nur offene WLAN-Netzwerke können zum Problem werden.

Manipulierte QR-Codes

Wenn man mit dem Mobilgerät unterwegs ist, findet man oft – z.B. zum Bezahlen – QR-Codes. Diese sind unglaublich praktisch. Einfach mit dem Handy scannen und schon landet man auf einer Webseite, bezahlt etwas oder lädt eine App herunter. Kein mühsames Abtippen von Links, alles schnell und unkompliziert!

Doch genau diese Bequemlichkeit machen sich Cyber-Kriminelle zunutze. Sie manipulieren QR-Codes, um Sie in eine Falle zu locken.

Die Gefahr ist größer, als man auf den ersten Blick meinen dürfte. Kriminelle können echte QR-Codes, wie man sie beispielsweise an Automaten, in Cafés oder auf Werbeplakaten findet, mit ihren eigenen überkleben. Der manipulierte Code führt dann nicht zur gewünschten Webseite, sondern auf eine gefälschte Seite. Diese Seiten sehen oft täuschend echt aus, können aber großen Schaden anrichten. Dort könnten Sie beispielsweise unbewusst Ihre Zahlungsdaten preisgeben, Schadsoftware auf Ihr Gerät laden oder in eine Abo-Falle geraten.

Hier gilt es, aufmerksam zu sein. Vertrauen Sie nicht jedem QR-Code blind, sondern überlegen Sie zuerst, ob er an dieser Stelle sinnvoll ist. Ein Stück Papier mit einem QR-Code, das zufällig irgendwo klebt, könnte verdächtig sein. Schauen Sie sich den Code genau an: Ist er fest aufgedruckt, oder wirkt es so, als sei er überklebt worden? Sieht er unseriös aus, ist es besser, ihn nicht zu scannen.

Überprüfen Sie den angezeigten Link

Die meisten QR-Code-Scanner zeigen vor der Weiterleitung den Link an, wohin dieser führt. Nutzen Sie diese Funktion und überprüfen Sie die Adresse. Eine vertrauenswürdige Webseite hat oft eine Adresse, die Ihnen bekannt vorkommt, wie etwa „www.bank.de“. Wenn der Link dagegen ungewöhnlich oder kompliziert wirkt, beispielsweise „www.bank-zahlung.online“, sollten Sie skeptisch sein. Ein gesundes Misstrauen ist hier der beste Schutz.

Zusätzlich gibt es QR-Code-Scanner mit integrierten Sicherheitsfunktionen. Diese Programme warnen, wenn ein Link potenziell gefährlich ist oder auf eine Seite führt, die Schadsoftware enthalten könnte. Um noch besser geschützt zu sein, sollten Sie auch darauf achten, dass Ihr Handy stets auf dem neuesten Stand ist. Sicherheitsupdates des Betriebssystems und eine gute Antivirensoftware sind wichtige Maßnahmen, um Gefahren zu minimieren.

Falls Sie doch einmal aus Versehen einen verdächtigen QR-Code gescannt haben, verfallen Sie nicht sofort in Panik. Schließen Sie die geöffnete Seite sofort und klicken Sie auf keinen Fall auf „Download“. Auch das Eingeben persönlicher Daten sollten Sie unbedingt vermeiden. Wenn Sie dennoch etwas heruntergeladen haben, prüfen Sie Ihr Gerät umgehend mit einer Virenschutz-App, um möglichen Schaden frühzeitig zu erkennen.

QR-Codes sind eine wunderbare Technologie, die den Alltag erleichtern kann. Doch ein wachsames Auge schützt Sie davor, in eine Cyberfalle zu tappen. Wenn etwas nicht vertrauenswürdig aussieht oder Ihnen seltsam vorkommt, hören Sie auf Ihr Bauchgefühl und verzichten Sie lieber darauf, den Code zu scannen. Es ist immer besser, auf Nummer sicher zu gehen, als später den Schaden zu haben.

Nutzen Sie eine Sichtschutzfolie für Ihren Laptop-Bildschirm

Wenn Sie in öffentlichen Räumen oder z.B. in der Bahn mit Ihrem Laptop arbeiten, geben Sie Fremden immer (unbewusst und unabsichtlich) die Möglichkeit, Einblick in Ihre Arbeiten und Daten zu nehmen: Sei es der stehende Mitfahrer im Gang, der vorbeigehende Fahrgast oder der schräg hinter Ihnen sitzende Fahrgast, der durch die Sitzlücke oder den Gang mitliest.

Hier hilft eine Sichtschutzfolie, die den Blickwinkel „reduziert“, aus dem der Laptop-Bildschirm klar lesbar ist. Nur Personen, die direkt vor dem Bildschirm sitzen, können den Inhalt sehen, während für Personen seitlich oder schräg hinter einem der Bildschirm dunkel oder unleserlich erscheint. Dadurch wird verhindert, dass sensible oder vertrauliche Daten von Fremden eingesehen werden.

Bleiben Sie also aufmerksam und sicher unterwegs – denn oft genügt schon ein kleines bisschen Vorsicht oder eine kleine Anschaffung, um große Probleme zu vermeiden.

 

Ein Auszug aus der PDF-eBroschüre von Carmen Wolf, (Cyber-)Security in der Anwaltskanzlei- eBroschüre (PDF),1. Auflage 2025, S. 36-37.

Eine weitere kostenlose Leseprobe finden Sie in unserer Onlinebibliothek Anwaltspraxis Wissen

 

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