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z.T. KI-generiert

PROMPT DES MONATS: Der Memorandums-Ersteller

Die strukturierte Aufbereitung eines Sachverhalts ist das Fundament jeder qualifizierten Rechtsberatung. Bevor überhaupt eine rechtliche Würdigung erfolgen kann, muss der Sachverhalt vollständig erfasst, geordnet und auf Widersprüche geprüft werden. Die Herausforderung in der anwaltlichen Praxis: Mandanten liefern Informationen in unterschiedlichsten Formaten – E-Mails, Verträge, Fotografien, handschriftliche Notizen, WhatsApp-Nachrichten, Kontoauszüge, Gutachten. Aus diesem heterogenen Material muss ein kohärentes Bild entstehen, das die Grundlage für präzise Fragestellungen und fundierte rechtliche Ausführungen bildet.

Der „Memorandums-Ersteller“ transformiert unstrukturierte Mandanteninformationen in ein professionelles juristisches Memorandum mit klarer Gliederung: Sachverhalt – Fragestellung – Antworten – Rechtliche Ausführungen. Er hilft bei der ersten Durchdringung eines Falles, identifiziert Lücken und Widersprüche im Sachverhalt und formuliert – wenn gewünscht – scharfe, durchdringende Fragen („Piercing Questions“), die den Kern des rechtlichen Problems freilegen.

Hinweis zur Benennung: Dieses Tool lässt sich auch als „Memorandumsmacher“ oder „Memorandumisierer“ bezeichnen – je nach Kanzleikultur und persönlicher Vorliebe.

 

Das Besondere: Von der Materialflut zur strukturierten Analyse

Ein wesentlicher Vorteil des Tools: Es bringt Ordnung in das Chaos der Mandantenkommunikation. Die erste Sichtung eines neuen Mandats gleicht oft einer archäologischen Ausgrabung – man gräbt sich durch Schichten von Dokumenten, E-Mails und mündlichen Informationen, ohne zunächst den roten Faden zu erkennen. Der Memorandums-Ersteller leistet diese Vorarbeit: Er extrahiert die relevanten Fakten, ordnet sie chronologisch und thematisch, markiert Widersprüche und offene Punkte und schafft so die Grundlage für die eigentliche juristische Arbeit.

Der entscheidende Mehrwert liegt in der Trennung von Sachverhalt und rechtlicher Würdigung sowie in der Disziplinierung durch Ein-Satz-Fragen und Ein-Satz-Antworten:

  • Klare Sachverhaltsdarstellung mit Quellenreferenzierung für jede Angabe
  • Identifikation von Widersprüchen und offenen Klärungsbedarfen
  • Präzise Fragestellungen in jeweils einem einzigen Satz
  • Knappe Antworten in jeweils einem einzigen Satz
  • Ausführliche rechtliche Begründung mit korrekter Zitierweise
  • Vermeidung von Halluzinationen durch transparente Quellenangaben

 

Wichtiger Hinweis zur Dokumentenverarbeitung

WICHTIG: Viele KI-Systeme können mittlerweile verschiedenste Dokumentenformate verarbeiten – PDF, Word, Bilder, Scans und mehr. Allerdings müssen gescannte Dokumente oder Fotografien von Schriftstücken zwingend mit OCR (Optical Character Recognition) bzw. Texterkennung behandelt worden sein, damit die KI den Inhalt lesen kann. Ohne Texterkennung „sieht“ die KI bei einem Scan nur ein Bild, kann aber den Text nicht verarbeiten. Prüfen Sie daher vor der Nutzung, ob Ihre Dokumente maschinenlesbar sind – andernfalls wird die Analyse unvollständig oder unmöglich.

 

Wichtiger Hinweis zur Nutzung

Dies ist ausdrücklich ein Arbeitswerkzeug zur Strukturierung und ersten Durchdringung eines Sachverhalts! Die KI erstellt einen Entwurf, der zwingend von einem Rechtsanwalt geprüft, ergänzt und korrigiert werden muss.

 

Zwei Hauptrisiken sind zu beachten:

  1. Halluzinationen bei rechtlichen Ausführungen: Insbesondere bei Zitaten aus Rechtsprechung und Literatur besteht das Risiko, dass die KI plausibel klingende, aber inhaltlich falsche oder frei erfundene Angaben macht. Alle Zitate müssen anhand der Originalquellen verifiziert werden.
  2. Fehler bei der Sachverhaltserfassung: Auch wenn Sachverhaltshalluzinationen erfahrungsgemäß seltener vorkommen als bei rechtlichen Ausführungen, kann die KI dennoch Tatsachen „erfinden“, die nicht in den Unterlagen stehen, oder – häufiger noch – relevante Informationen übersehen. Die Quellenreferenzierung hilft bei der Kontrolle, ersetzt aber nicht das eigene Aktenstudium.

WICHTIG: Die Verantwortung für die inhaltliche Richtigkeit verbleibt vollständig beim bearbeitenden Rechtsanwalt. Jeder Output ist nur ein Vorschlag, der – selbstverständlich immer nur nach selbständiger menschlicher Prüfung und Anpassung – verwendet werden kann.

Trotzdem kann das Tool außerordentlich nützlich sein: Insbesondere bei der ersten Sichtung umfangreicher Mandatsunterlagen hilft es enorm, schnell einen strukturierten Überblick zu gewinnen und die wesentlichen rechtlichen Fragestellungen zu identifizieren. Gerade erfahrene Anwälte, die schon bisher geübt in der Erstellung von Memoranden sind, werden diese Hilfe zu schätzen wissen – als Unterstützung und Beschleunigung, nicht als Ersatz ihrer Expertise.

 

Der vollständige Prompt

„Erstelle ein juristisches Memorandum basierend auf den beigefügten Unterlagen (Mandantenkorrespondenz, Verträge, Dokumente, Fotos, E-Mails, Aktenvermerke, Gesprächsnotizen und sonstige Materialien).

[Beizufügen: Sämtliche relevanten Unterlagen des Mandanten. Bitte strikt Datenschutz und Anwaltsgeheimnis beachten – verwenden Sie ausschließlich ein KI-Werkzeug, welches Rechtskonformität nach DSGVO, § 203 StGB und §§ 43a, 43e BRAO vertraglich zusichert und tatsächlich gewährleistet. Achten Sie darauf, dass gescannte Dokumente mit OCR/Texterkennung bearbeitet wurden.]

[Optional – Vorgabe der Prüfungsrichtung:] Die rechtliche Prüfung soll sich auf folgende Fragestellung(en) konzentrieren: [HIER DIE GEWÜNSCHTE PRÜFUNGSRICHTUNG EINFÜGEN, z.B.: „Prüfe die Wirksamkeit der Kündigung“ / „Untersuche mögliche Ansprüche des Mandanten gegen X“ / „Analysiere die Haftungsrisiken aus dem Vertrag“]

[Optional – Offene Prüfung:] Identifiziere selbständig die rechtlich relevanten Fragestellungen, die sich aus dem Sachverhalt ergeben, und formuliere durchdringende, präzise Fragen (Piercing Questions), die den Kern der rechtlichen Probleme freilegen.

[Optional bei Bezugnahme auf juristische Quellen:] Berücksichtige dabei die beigefügte Rechtsprechung und Literatur. Zitiere aus diesen Quellen korrekt – sowohl wörtlich (in Anführungszeichen) als auch inhaltlich – und gib die vollständigen Fundstellen exakt an.

 

Das Memorandum soll folgende Struktur haben:

I. Sachverhalt

Stelle den Sachverhalt ausführlich, chronologisch geordnet und widerspruchsfrei dar, so wie er sich aus den beigefügten Unterlagen ergibt. Beachte dabei:

●       Jede Tatsachenangabe muss mit einer Quellenreferenz versehen werden (z.B.: „[Anlage K1, S. 2]“, „[E-Mail vom 15.03.2024]“, „[Telefonat lt. Vermerk v. 20.03.2024]“)

●       Widersprüche zwischen verschiedenen Unterlagen sind ausdrücklich zu benennen und als klärungsbedürftig zu markieren

●       Am Ende des Sachverhalts ist ein Abschnitt „Noch zu klären / Offene Punkte“ aufzunehmen, der alle identifizierten Lücken und Widersprüche zusammenfasst

●       Die Darstellung soll neutral und objektiv sein, ohne vorweggenommene rechtliche Wertungen

II. Fragestellung

Formuliere die rechtlichen Fragestellungen, die sich aus dem Sachverhalt ergeben. Beachte dabei:

●       Jede Frage besteht aus genau einem Satz

●       Die Fragen sind durchzunummerieren (1., 2., 3., …)

●       Die Fragen sollen präzise, durchdringend und auf den rechtlichen Kern gerichtet sein

●       Vermeide vage Formulierungen wie „Wie ist die Rechtslage?“ – formuliere stattdessen konkret, z.B.: „Ist die Kündigung vom 15.03.2024 wirksam?“ oder „Kann der Mandant von X Schadensersatz in Höhe von Y verlangen?“

III. Antworten

Gib zu jeder Frage eine kurze, prägnante Antwort. Beachte dabei:

●       Jede Antwort besteht aus genau einem Satz

●       Die Antworten sind entsprechend der Fragen durchzunummerieren (1., 2., 3., …)

●       Die Antworten sollen das Ergebnis der rechtlichen Prüfung klar und eindeutig formulieren

●       Bei Unsicherheiten oder Abhängigkeit von noch zu klärenden Sachverhaltsfragen ist dies kenntlich zu machen (z.B.: „Vorbehaltlich der Klärung von [X] ist die Kündigung wirksam.“)

IV. Rechtliche Ausführungen

Begründe die unter III. gegebenen Antworten ausführlich und juristisch fundiert. Beachte dabei:

●       Die Gliederung der rechtlichen Ausführungen muss sich exakt auf die Nummerierung der Fragen und Antworten beziehen (IV.1. zu Frage/Antwort 1., IV.2. zu Frage/Antwort 2., usw.)

●       Innerhalb jedes Abschnitts ist eine saubere juristische Prüfungsstruktur einzuhalten (Anspruchsgrundlage, Tatbestandsvoraussetzungen, Subsumtion, Ergebnis)

●       Zitierweise bei Rechtsprechung: Gericht, Urteil/Beschluss vom [Datum] – [Aktenzeichen], [Fundstelle] (z.B.: BGH, Urt. v. 12.01.2022 – VIII ZR 42/21, NJW 2022, 1234 (1235) = BGHZ 232, 178 (182), Rn. 24)

●       Zitierweise bei Kommentarliteratur: [Bearbeiter], in: [Herausgeber/Kommentartitel], [Auflage] [Jahr], [§/Art.] Rn. [Randnummer] (z.B.: Ellenberger, in: Grüneberg, BGB, 83. Aufl. 2024, § 138 Rn. 51)

●       Zitierweise bei Aufsätzen: [Autor], [Titel], [Zeitschrift] [Jahr], [Anfangsseite] ([konkrete Seite]) (z.B.: Müller, Die Grenzen der Vertragsfreiheit, NJW 2023, 1234 (1237))

●       Wörtliche Zitate aus Rechtsprechung und Literatur sind in Anführungszeichen zu setzen und mit exakter Fundstelle (inkl. Randnummer/Seitenzahl) zu versehen

●       Vermeide Halluzinationen: Zitiere nur Quellen, die tatsächlich existieren und deren Inhalt du verifizieren kannst. Wenn du dir bei einer Quelle unsicher bist, kennzeichne dies ausdrücklich (z.B.: „[Quelle zu verifizieren]“) oder verzichte auf das Zitat

 

Beachte folgende Grundsätze:

●       Trenne strikt zwischen Sachverhaltsdarstellung und rechtlicher Würdigung

●       Kennzeichne Unsicherheiten, Widersprüche und Klärungsbedarfe deutlich

●       Die Quellenreferenzierung im Sachverhalt muss lückenlos sein

●       Fragen und Antworten müssen aufeinander abgestimmt und durchnummeriert sein

●       Die rechtlichen Ausführungen müssen sich strukturell auf die Fragen/Antworten beziehen

●       Alle Zitate müssen formal korrekt und inhaltlich zutreffend sein

●       Halluzinationen sind durch transparente Quellenangaben zu vermeiden

●       Der Output dient als Arbeitsentwurf und muss vom Rechtsanwalt geprüft werden

 

Kontext:

Dieses Memorandum dient der strukturierten Aufbereitung eines Mandats zur internen Verwendung in einer Rechtsanwaltskanzlei. Es soll die erste Durchdringung des Sachverhalts erleichtern, die wesentlichen Rechtsfragen identifizieren und als Grundlage für die weitere Bearbeitung dienen.“

 

Output Format

Der strukturierte Output erfolgt in vier klar definierten Abschnitten:

MEMORANDUM

Betreff: [Kurze Mandatsbezeichnung]

Datum: [Erstellungsdatum]

Bearbeiter: [ggf. Sachbearbeiter]

 

I. Sachverhalt

[Ausführliche, chronologisch geordnete Darstellung des Sachverhalts mit Quellenreferenzierung für jede Tatsachenangabe in eckigen Klammern]

Noch zu klären / Offene Punkte:

  • [Widerspruch/Lücke 1 mit Quellenangabe]
  • [Widerspruch/Lücke 2 mit Quellenangabe]
  • […]

 

II. Fragestellung

  1. [Erste Frage in einem Satz]
  2. [Zweite Frage in einem Satz]
  3. […]

 

III. Antworten

  1. [Antwort zu Frage 1 in einem Satz]
  2. [Antwort zu Frage 2 in einem Satz]
  3. […]

 

IV. Rechtliche Ausführungen

IV.1. Zu Frage 1: [Kurzbezeichnung]

[Ausführliche rechtliche Begründung mit Anspruchsgrundlagen, Tatbestandsvoraussetzungen, Subsumtion und Ergebnis. Zitate in Anführungszeichen mit vollständiger Fundstelle.]

IV.2. Zu Frage 2: [Kurzbezeichnung]

[…]

 

Hinweis: Dieses Memorandum wurde KI-gestützt erstellt und bedarf der Überprüfung durch den bearbeitenden Rechtsanwalt. Insbesondere alle Zitate aus Rechtsprechung und Literatur sind anhand der Originalquellen zu verifizieren.

 

Beispiel für die Transformation

Beispiel: Kündigungsschutzmandat

Input: Verschiedene E-Mails des Mandanten, Arbeitsvertrag, Kündigungsschreiben, Abmahnung, WhatsApp-Nachrichten mit Vorgesetztem

 

Output (Auszug):

MEMORANDUM

Betreff: Müller ./. ABC GmbH – Kündigungsschutz

Datum: 21.07.2025

 

I. Sachverhalt

Der Mandant, Herr Max Müller, geb. am 15.05.1985, ist seit dem 01.04.2019 bei der ABC GmbH als Vertriebsleiter beschäftigt [Arbeitsvertrag v. 15.03.2019, Anlage K1]. Das monatliche Bruttogehalt beträgt 6.500,00 EUR [Arbeitsvertrag, § 4, Anlage K1, S. 2]. Die ABC GmbH beschäftigt ausweislich der Angaben des Mandanten ca. 120 Mitarbeiter [E-Mail v. 10.07.2025].

Am 20.02.2024 erhielt der Mandant eine Abmahnung wegen angeblich verspäteter Abgabe eines Quartalsberichts [Abmahnung v. 20.02.2024, Anlage K3]. Der Mandant bestreitet die Berechtigung dieser Abmahnung und trägt vor, die Verspätung sei auf technische Probleme mit dem CRM-System zurückzuführen [E-Mail v. 10.07.2025].

Mit Schreiben vom 15.06.2025 kündigte die ABC GmbH das Arbeitsverhältnis ordentlich zum 31.07.2025 [Kündigungsschreiben, Anlage K2]. Als Kündigungsgrund wird „wiederholte Schlechtleistung“ genannt [Kündigungsschreiben, Anlage K2, S. 1]. Das Kündigungsschreiben ist von der Personalleiterin Frau Schmidt unterzeichnet [Kündigungsschreiben, Anlage K2].

Der Mandant gibt an, dass kein Betriebsrat existiert [E-Mail v. 12.07.2025].

Noch zu klären / Offene Punkte:

  • Liegt eine Vollmacht für Frau Schmidt zur Kündigung vor? [Keine Unterlagen vorhanden]
  • War die technische Störung des CRM-Systems dokumentiert? [Mandant soll Nachweise beibringen]
  • Gab es weitere Beanstandungen der Arbeitsleistung zwischen Abmahnung und Kündigung? [Widersprüchlich: E-Mail v. 10.07.2025 verneint dies, Kündigungsschreiben spricht von „wiederholter“ Schlechtleistung]

 

II. Fragestellung

  1. […]
  2. […]
  3. […]

 

III. Antworten

  1. […]
  2. […]
  3. […]

 

IV. Rechtliche Ausführungen

IV.1. […]

[…]

IV.2. […]

[…]

 

Beschränkungen/Ausnahmen

  • Keine eigenständige Rechtsberatung: Das Memorandum ist ein internes Arbeitsdokument und ersetzt nicht die anwaltliche Prüfung
  • Halluzinationsrisiko: Alle Zitate müssen verifiziert werden; die KI kann plausibel klingende, aber falsche Quellen generieren
  • Sachverhaltsabhängigkeit: Die Qualität des Memorandums hängt von der Vollständigkeit und Lesbarkeit der beigefügten Unterlagen ab
  • OCR-Erfordernis: Gescannte Dokumente müssen mit Texterkennung bearbeitet sein
  • Keine Prozessstrategie: Das Memorandum analysiert die Rechtslage, entwickelt aber keine taktischen Empfehlungen
  • Prüfungsrichtung: Bei offener Prüfung kann die KI andere Schwerpunkte setzen als vom Anwalt gewünscht – ggf. Vorgaben machen

 

Kontextinformationen

  • Das Memorandum dient der kanzleiinternen Verwendung zur Mandatsaufbereitung
  • Die Struktur Frage-Antwort-Ausführung erzwingt Präzision und verhindert „Prosa-Gutachten“
  • Die Ein-Satz-Regel für Fragen und Antworten zwingt zur Fokussierung auf das Wesentliche
  • Die Quellenreferenzierung im Sachverhalt ermöglicht jederzeitige Nachprüfung
  • Das Tool eignet sich besonders für die erste Sichtung neuer Mandate
  • Die Trennung von Sachverhalt und Recht entspricht der klassischen juristischen Methodik

 

Praxisnutzen

Der „Memorandums-Ersteller“ eignet sich besonders für folgende Szenarien:

Primäre Anwendungsfälle:

  • Erste Sichtung und Strukturierung neuer Mandate
  • Aufbereitung komplexer Sachverhalte mit vielen Beteiligten
  • Identifikation von Sachverhaltslücken und Klärungsbedarfen vor Mandantengesprächen
  • Vorbereitung von Besprechungen mit Mandanten oder Kollegen
  • Einarbeitung neuer Mitarbeiter in bestehende Mandate
  • Dokumentation der Mandatsbearbeitung

 

Konkrete Vorteile:

  • Strukturierte Sachverhaltserfassung mit lückenloser Quellenreferenzierung
  • Identifikation von Widersprüchen und offenen Punkten bereits bei der Erstanalyse
  • Piercing Questions: Durchdringende Fragen, die den rechtlichen Kern freilegen
  • Klare Gliederung durch Ein-Satz-Fragen und Ein-Satz-Antworten
  • Zeitersparnis bei der ersten Durchdringung umfangreicher Unterlagen
  • Transparenz durch Kennzeichnung unsicherer Quellen


Besonders hilfreich:
Bei umfangreichen Mandatsunterlagen, die über einen längeren Zeitraum eingegangen sind, schafft das Tool schnell einen strukturierten Überblick. Die Quellenreferenzierung ermöglicht es, jede Angabe im Sachverhalt sofort auf ihre Grundlage zurückzuführen – unverzichtbar bei späteren Rückfragen oder Widersprüchen.

 

Variationen und Erweiterungen

  • Kurzversion: Reduzierter Sachverhalt für einfache Rechtsfragen
  • Ausführliche Version: Detaillierter Sachverhalt mit Zeitleiste und Beteiligtenliste
  • Mehrsprachige Mandatsunterlagen: Verarbeitung fremdsprachiger Dokumente mit Übersetzungshinweisen
  • Gutachten-Version: Erweiterung um Alternativprüfungen und Risikoanalyse
  • Prozess-Version: Ergänzung um Beweiswürdigung und Prozessrisikoanalyse
  • Due-Diligence-Version: Anpassung für Unternehmenstransaktionen mit Risikoklassifizierung
  • Rechtsgebiets-Spezialisierung: Spezifische Prüfungsschemata für Arbeitsrecht, Mietrecht, Gesellschaftsrecht etc.

 

Strategische Überlegungen zur Nutzung

Offene vs. gerichtete Prüfung:

Eine wichtige Vorabentscheidung betrifft die Frage, ob Sie der KI eine konkrete Prüfungsrichtung vorgeben oder die Fragestellungen offen lassen:

  • Gerichtete Prüfung: Sie geben vor, welche Rechtsfragen geprüft werden sollen (z.B. „Prüfe die Wirksamkeit der Kündigung“). Dies führt zu fokussierten Ergebnissen, birgt aber das Risiko, andere relevante Aspekte zu übersehen.
  • Offene Prüfung: Sie lassen die KI selbst die relevanten Rechtsfragen identifizieren. Dies kann überraschende Perspektiven eröffnen („Piercing Questions“), birgt aber das Risiko, dass die KI andere Schwerpunkte setzt als gewünscht oder rechtlich fragwürdige Schlüsse zieht.

 

Empfehlung: Für die erste Sichtung eines Mandats kann eine offene Prüfung hilfreich sein, um keine Aspekte zu übersehen. Für die vertiefte Bearbeitung sollten Sie konkrete Prüfungsrichtungen vorgeben und das Ergebnis der offenen Prüfung kritisch hinterfragen.

 

Technische Hinweise

Kompatibilität:

Dieser Prompt funktioniert grundsätzlich mit handelsüblichen Chatbots mittlerer Art und Güte. Bessere Ergebnisse erzielen Sie mit KI-Systemen, die:

  • Mehrere Dokumente gleichzeitig verarbeiten können
  • Quellenreferenzierung (Referencing) und Zeitstempel (Timestamping) unterstützen
  • Über Zugang zu juristischen Datenbanken verfügen
  • Die Fundstellen ihrer Angaben transparent anzeigen

OCR-Hinweis:

Stellen Sie sicher, dass alle gescannten Dokumente mit Texterkennung (OCR) bearbeitet wurden. Ohne Texterkennung kann die KI den Inhalt gescannter Dokumente nicht lesen und verarbeiten.

 

Fazit

Der „Memorandums-Ersteller“ bringt Struktur in die oft chaotische erste Phase der Mandatsbearbeitung. Er transformiert heterogene Mandantenunterlagen in ein geordnetes Format, das die wesentlichen Fakten zusammenfasst, Lücken identifiziert und – durch die Disziplin der Ein-Satz-Fragen und Ein-Satz-Antworten – zur Präzision zwingt.

Die strukturierte Aufbereitung eines Sachverhalts ist keine Nebensache, sondern das Fundament jeder qualifizierten Rechtsberatung. Der „Memorandums-Ersteller“ macht diese Aufbereitung effizienter, gründlicher und transparenter – für Memoranden, die als solide Grundlage der weiteren Mandatsbearbeitung dienen können.

 

⚠️ WICHTIGER HINWEIS VOR DER NUTZUNG

Dieses Tool ist ein Arbeitshilfsmittel, kein Ersatz für die eigene Aktenkenntnis. Auch wenn KI-Systeme bei der Sachverhaltsextraktion aus Dokumenten erfahrungsgemäß relativ zuverlässig arbeiten, können sie dennoch:

  • Sachverhaltselemente halluzinieren – also Tatsachen „erfinden“, die so nicht in den Unterlagen stehen (selten, aber möglich)
  • Sachverhaltselemente übersehen – also relevante Informationen schlicht nicht erfassen oder als unwichtig einstufen
  • Zusammenhänge falsch herstellen – also Informationen aus verschiedenen Dokumenten fehlerhaft verknüpfen
  • Widersprüche übersehen oder falsch auflösen – also inkonsistente Angaben nicht erkennen oder eigenmächtig „harmonisieren“

 

Konsequenz: Sie müssen IMMER noch selbst in die Akte schauen! Das KI-generierte Memorandum ist ein Ausgangspunkt, nicht das Endergebnis. Jede Sachverhaltsangabe, jede Quellenreferenz und erst recht jede rechtliche Schlussfolgerung bedarf der eigenständigen Überprüfung anhand der Originalunterlagen. Die anwaltliche Sorgfaltspflicht lässt sich nicht an eine KI delegieren.

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