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Dose, Das Unterhaltsrecht in der familienrechtlichen Praxis

11. Auflage 2026, C.H. Beck, 2.749 S., 169 €

Etliche Jahre nach der Vorauflage im Jahre 2019 war eine Neuauflage dringend notwendig, denn die sehr lebendige Rechtsprechung des BGH und der Obergerichte vor allem zum Unterhaltsrecht ließ die Vorauflage schnell zur Makulatur werden. Der bewährte Klassiker bietet in seiner 11. Auflage mit dem Stand der Rspr. August 2025 bei einem außergewöhnlichen Umfang von annähernd 3.000 Seiten ein umfassend aktualisiertes systematisches Kompendium der Unterhaltsrechtsprechung in Premiumqualität. Der Schwerpunkt liegt auf den Entscheidungen des Bundesgerichtshofs und der Oberlandesgerichte, berücksichtigt aber auch die veröffentlichte Literatur umfassend. Die Autoren setzen sich zusammen aus (z. T. ehemaligen) Richtern des Familiensenats des Bundesgerichtshofs und erwiesenen Fachleuten aus dem Kreis der Oberlandesgerichte und der Anwaltschaft.

In § 1 werden alle praxisrelevanten Gesichtspunkte zur Ermittlung des unterhaltsrechtlich relevanten Einkommens behandelt. Sowohl der Kindesunterhalt (mit hilfreichen Berechnungsbeispielen) als auch der Elternunterhalt werden in § 2 dargestellt. Der Familienunterhalt sowie Trennungs- und Geschiedenenunterhalt folgen in § 3 und § 4, wobei auch die besonders praxisrelevanten Vorschriften § 1578b BGB und § 1579 BGB ausführlich kommentiert werden. Die anschließenden Abschnitte erläutern die Bedarfsbemessung beim Ehegattenunterhalt einschließlich des konkreten Bedarfs und des Vorsorgeunterhalts (ebenfalls mit Berechnungsbeispielen) sowie grundlegende Ausführungen zur Bemessung der Bedürftigkeit des Unterhaltsberechtigten und der Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen.

Selbstverständlich geht das Werk auch auf die Rangverhältnisse verschiedener Unterhaltsansprüche sowie die Mangelfälle sehr verständlich anhand vieler Rechenbeispiele ein. Unterhaltsrechtliche Sonderfragen wie Sonderbedarf, Unterhalt für die Vergangenheit, Rückforderung zu viel geleisteten Unterhalts, Vereinbarungen zum Ehegattenunterhalt sowie die wichtige Darlegungs- und Beweislast im Unterhaltsverfahren werden im Werk umfassend dargestellt. Auch die Unterhaltsansprüche zwischen nicht verheirateten Eltern (§ 1615l BGB) fehlen nicht.

Umfangreiche Neubearbeitungen sind erfolgt, insb. bei der Darstellung des Verfahrensrechts (§ 10), speziell mit der neueren Rechtsprechung zur Vertretung des Kindes im Wechselmodell. Ebenfalls aktualisiert wurde § 8 zum Unterhaltsrecht und zu den Sozialleistungen.

Die Darstellung von Auslandsberührungen im Unterhaltsrecht in § 9 trägt der stetig wachsenden Praxisrelevanz der hier auftretenden Rechtsfragen Rechnung. Die in der Neuauflage mittlerweile mehr als 200 Seiten und 700 Randziffern umfassenden Ausführungen sind hier eine unschätzbare Hilfe.

Dieses Standardwerk zum Unterhaltsrecht zeichnet sich durchgängig durch eine klare und gut verständliche Sprache aus. Die Texte sind gut strukturiert und durch Überschriften klar gegliedert. In der alltäglichen Praxis erleichtern fettgedruckte Schlagworte die Navigation. Vielfach werden die teilweise durchaus komplexen Erläuterungen mit Hilfe von Beispielberechnungen für den Nutzer konkret nachvollziehbar. Ausführliche Inhalts- und Sachverzeichnisse machen das Buch zu einem in der täglichen Praxis gut handhabbaren Nachschlagewerk.

Auch in der Neuauflage bleibt „der Dose“ ein für die Unterhaltspraxis in den Gerichten und Anwaltskanzleien unverzichtbares und einfach unschlagbares Hilfsmittel sowie ein Gewinn für jeden familienrechtlichen Handapparat.

Dr. Wolfram Viefhues, weiterer Aufsicht führender RiAG a.D., Gelsenkirchen

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