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Nachruf

Prof. em. Dr. Ursula Köbl (1941–2022) verstorben

Am 19.10.2022 verstarb Prof. Dr. Ursula Köbl. Nach Dissertation 1970 und Habilitation 1977 kam sie über Köln, Augsburg und Gießen 1989 als Professorin für bürgerliches Recht und Sozialversicherungsrecht sowie Rechtstheorie nach Freiburg, ab 2006 als Emerita.

Prägten anfangs das Eigentümer-Besitzer-Verhältnis und unbestimmte Rechtsbegriffe ihr Wirken, waren es später eine gerechte Risiko- und Lastenverteilung im Sozial-, Arbeits-, Familien- und Erbrecht. Das Grundlegende und Unerforschte forderte sie immer heraus. Neben sozialrechtlicher Zumutbarkeit von Arbeit ging es ihr um das Geschlechterverhältnis. Ihre Antrittsvorlesung hielt sie über die feministische Rechtstheorie. Geschlechtergerechtigkeit erforderte für die Tochter einer Kriegswitwe und selbst früh verwitwete Mutter Vereinbarkeit von Familie und Beruf, aber auch Anerkennung von Familienarbeit.

Dass sie, die auf Habitus kaum Wert legte, als Frau mit Widerspruchsgeist im männlich-konservativen Hochschulbetrieb als erste Professorin Mitglied der juristischen Fakultät der Universität Freiburg wurde und fachlich breite Anerkennung erfuhr, belegt ihre analytische Stärke. Noch im Ruhestand identifizierte sie neue Spannungsfelder und ruhte – und publizierte – nicht, bis sie sie ergründet hatte. Dilettantismus, Selbstzweck-Dogmatik und Inspektorenhaftigkeit lehnte sie ab.

Ihre Energie, Offenheit, Nahbarkeit und Zugewandtheit zeigte sie vielseitig: Sie kam – unerhört – mit dem Fahrrad zur Vorlesung, liebte Diskussionen mit Studierenden, Mitarbeitenden, den Rechtspraktizierenden und mit Kollegen und Kolleginnen im In- und Ausland und scheute auch unbequeme Positionen nicht.

Ihre kluge, authentische Stimme und ihr Vorbild werden fehlen.

[von Dr. Johanna Kemper, Stuttgart und Prof. Dr. Andreas Pattar, Kehl]

Hinweis der Redaktion:

Interessierte Leserinnen und Leser können im 1. Quartal 2023 an folgenden ZAP-Webinaren (inkl. FAO-Teilnahmebescheinigung u. Skript) teilnehmen:

Webinar zum Familien- und Erbrecht:

  • „Vormundschafts- und Betreuungsrechtsreform: 1.1.2023 – Was ist nun zu tun in der Anwaltspraxis?“ am 25.1.2023 (10–12 Uhr) mit unserem Experten RA Dr. Dietmar Kurze

Anmeldungen bitte unter:

https://www.zap-verlag.de/webinare?vv_event_id=119556

Webinar zur Modernisierung des Personengesellschaftsrechts:

  • „Die große Reform des Personengesellschaftsrechts (MoPeG) zum 1.1.2024 – Handlungsempfehlungen zur erforderlichen Umsetzung im Gesellschaftsrechtsmandat“ am 23.3.2023 (14.30–16.30 Uhr) mit unserem Experten Prof. Dr. Gerhard Ring

Anmeldungen bitte unter:

https://www.zap-verlag.de/webinare?vv_event_id=115087

Webinar-Reihe (4 Module) zur neuen Anwaltspflichtfortbildung gem. § 43f BRAO:

  • „Die neue anwaltliche Fortbildungspflicht gem. § 43f BRAO – Handlungsbedarf für die Anwaltschaft!“ 4 Module am 9.3.2023, 15.3.2023, 22.3.2023 und 30.3.2023 (jeweils 14.30–17 Uhr) mit unseren Experten Dr. Christian Deckenbrock und RA Dr. Joachim Holthausen

Anmeldungen bitte unter:

https://www.zap-verlag.de/webinare?vv_event_id=122126

https://www.zap-verlag.de/webinare?vv_event_id=122137

https://www.zap-verlag.de/webinare?vv_event_id=122131

https://www.zap-verlag.de/webinare?vv_event_id=122140

Eine Übersicht mit Anmeldebutton für alle Webinare finden Sie auch unter: https://www.zap-verlag.de/webinare

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