Verkehrsrecht 2026 #09

VRRKompakt VRR_2026_09
Spurwechsel auf der BAB: Auffahrunfall Kommt es im unmittelbaren örtlichen und zeitlichen Zusammenhang mit einem Spurwechsel auf der Autobahn zu einem Unfall, spricht gegen den Spurwechsler der Beweis des ersten Anscheins, die geforderten besonderen Sorgfaltspflichten nicht beachtet zu haben. Der rechtliche Zusammenhang zwischen dem Spurwechsel und dem Auffahren ist selbst dann noch nicht unterbrochen, wenn […]
Zurückweisung des Wiedereinsetzungsantrags durch gesonderten Beschluss
Hat das Berufungsgericht einen Wiedereinsetzungsantrag durch gesonderten Beschluss zurückgewiesen, muss diese Entscheidung mit dem statthaften Rechtsmittel angefochten werden, um sie nicht in Rechtskraft erwachsen und für die Entscheidung über die Verwerfung des Rechtsmittels bindend werden zu lassen. (Leitsatz des Gerichts) BGH, Beschl. v. 12.5.2026 – VI ZB 13/25 I. Sachverhalt Zurückweisung des Wiedereinsetzungsantrags Das LG […]
Alleinhaftung bei Fahrtreifenwechsel versus Auffahrunfall
1. Steht allein ein Fahrtstreifenwechsel eines Pkw im innerstädtischen Verkehr von der rechten in die linke Spur im unmittelbaren räumlichen und zeitlichen Zusammenhang zur Kollision mit einem Pkw in der linken Spur fest, so spricht der Anscheinsbeweis nur für einen Verstoß des Spurwechsels gegen § 7 Abs. 5 StVO, nicht aber für einen Verstoß des Auffahrenden gegen […]
Haftungsverteilung nach Auffahrunfall in Zusammenhang mit  Spurwechsel
Der rechtliche Zusammenhang zwischen sorgfaltswidrigem Spurwechsel und anschließendem Auffahrunfall auf einer Autobahn ist selbst dann noch nicht unterbrochen, wenn sich der Fahrstreifenwechsler ca. fünf Sekunden auf dem Fahrstreifen des Auffahrenden befunden hat. (Leitsatz des Gerichts) OLG Schleswig, Beschl. v. 22.7.2026 – 7 U 72/26 I. Sachverhalt Auffahrunfall nach Lkw-Spurwechsel Die Parteien streiten über restliche Schadensersatzansprüche […]
Berufungseinlegung durch einen Vertreter des Verteidigers
Zur Wirksamkeit einer Berufungseinlegung durch einen Vertreter des Verteidigers. (Leitsatz des Verfassers) OLG München, Beschl. v. 2.2.2026 – 5 Ws 38/26 I. Sachverhalt Berufungseinlegung durch den Vertreter des Verteidigers über dessen beA Das AG hat den Angeklagten am 28.7.2025 verurteilt. Gegen das Urteil hat der Angeklagte Berufung eingelegt. Die anwaltliche Berufungsschrift wurde am 4.8.2025 über […]
Nichtspeicherung von Rohmessdaten
Die Nichtspeicherung der zur Messwertbildung erfassten und verarbeiteten Daten (sogenannte Rohmessdaten) einer mittels standardisierten Messverfahrens erfolgten Geschwindigkeitsmessung verstößt nicht gegen die Grundsätze des fairen Verfahrens und hat deshalb kein Beweisverwertungsverbot hinsichtlich des Ergebnisses der Messung zur Folge. (Leitsatz des Gerichts) BGH, Beschl. v. 2.7.2026 – 4 StR 235/25 I. Sachverhalt Der Betroffene wurde vom AG […]
Anspruch auf Herausgabe der Token-Datei; Nichtspeicherung von Rohmessdaten
1. Die Verweigerung der Überlassung der Token-Datei stellt eine unzulässige Beschränkung der Verteidigung und einen Verstoß gegen das Recht auf ein faires Verfahren dar. 2. Die Verwertung der Ergebnisse einer Messung, bei der das Gerät die Rohmessdaten nicht speichert, verletzt den Grundsatz des fairen Verfahrens nicht. (Leitsätze des Verfassers) OLG Naumburg, Beschl. v. 27.7.2026 – […]
Ärztliche Verschreibung bei Prüfung der Medikamentenklausel
Eine bestimmungsgemäße Einnahme von Medizinalcannabis nach § 24a Abs. 4 StVG liegt nur vor, wenn die Anwendung auf einer ordnungsgemäßen Verschreibung mit eindeutiger Dosierungsanweisung beruht. (Leitsatz des Gerichts) BayObLG, Beschl. v. 12.6.2026 – 201 ObOWi 401/26 I. Sachverhalt Medizinalcannabis Das AG hat den Betroffenen wegen fahrlässigem Führen eines Fahrzeugs unter Wirkung eines berauschenden Mittels zu einer Geldbuße […]
Telemedizinische Verschreibung von Cannabis
Nach der geltenden Rechtslage ist eine persönliche Konsultation des Arztes bei der Verschreibung von Cannabis im Rahmen der sog. Medikamentenklausel (§ 24a Abs. 4 StVG) nicht erforderlich. (Leitsatz des Verfassers) OLG Brandenburg, Beschl. v. 30.7.2026 – 2 ORbs 85/26 I. Sachverhalt Telemedizinische Behandlung Das AG hat den Betroffenen wegen am 3.5.2025 begangenen fahrlässigen Führens eines Kraftfahrzeuges unter […]
Voraussetzungen der wiederholten Zuwiderhandlung
Wer zweimal mit mehr als 3,5 ng/ml THC im Straßenverkehr auffällt, muss als Fahrerlaubnisinhaber ein medizinisch-psychologisches Gutachten einer Begutachtungsstelle beibringen. Eine Tat gegen § 24a Abs. 1a StVG ist so lange verwertbar, wie sie zeitlich nach den Tilgungsbestimmungen herangezogen werden darf. Eine vorherige Beachtung in einem früheren Entziehungsverfahren hindert die wiederholte Betrachtung dieser Tat nach zwischenzeitlicher Wiedererteilung […]
Aufklärungspflicht des Rechtsanwalts bei Kenntnis von einer Rechtsschutzversicherung
1. Teilt ein Mandant einem Rechtsanwalt bereits bei Mandatsanbahnung mit, dass er eine Rechtsschutzversicherung besitzt, hat der Rechtsanwalt ohne weiteres davon auszugehen, dass der Mandant lediglich ein Tätigwerden in dem Umfang wünscht, in dem die Kosten – von einem etwaigen Selbstbehalt abgesehen – vollständig vom Rechtsschutzversicherer übernommen werden. 2. In Verbraucher-Masseverfahren, insbesondere sogenannten „Diesel-Verfahren“, in […]

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