„Man muss intensiv netzwerken und internationale Konventionen kennen“

„Man muss intensiv netzwerken und internationale Konventionen kennen“

Seit 2012 ist die Juristin Franziska Vilmar als Fachreferentin für Asylrecht und Politik bei Amnesty International tätig. Erfahrungen sammelte sie früh: Während des Studiums war Vilmar im Arbeitskreis Juristinnen für bedrohte Richterinnen und Anwältinnen aktiv, arbeitete schon in den Neunzigerjahren ehrenamtlich bei Amnesty. Was macht eine Juristin dort? Ein Gespräch über die Analyse von Gerichtsentscheidungen, Lobbyarbeit im Bundestag und warum ein großer Teil des Jobs Netzwerkarbeit ist.

„Ohne Affinität zur Kunst ist man als Anwalt hier nicht erfolgreich“

„Ohne Affinität zur Kunst ist man als Anwalt hier nicht erfolgreich“

Jan Froehlich betreut Mandanten aus der Kreativ- und Kulturbranche, das Kuratorenrecht gehört zu seinem Kerngeschäft. Ein Gespräch über juristische Probleme im Ausstellungsbetrieb, Raubkunst und warum es für Juristen künftig auch darum geht, ob ein Künstler oder eine Maschine ein Kunstwerk erschaffen hat.

„Musiker aus einem Vertrag heraus zu verhandeln, ist sehr schwierig“

„Musiker aus einem Vertrag heraus zu verhandeln, ist sehr schwierig“

Rechtsanwalt Philipp Beck ist seit 2006 als Rechtsanwalt zugelassen und betreibt eine Kanzlei in Flensburg. Er berät sowohl Unternehmer als auch Privatpersonen. Zu seinen Mandanten aus der Kreativbranche zählen vor allem Musiker. Seine juristische Unterstützung besteht vor allem darin, Verträge mit Musiklabels zu prüfen und bezüglich Verwertungsrechte zu beraten. Ein Gespräch über den noch jungen Typus des selbstvermarktenden Musikers, wieso man beim Wort Künstleraufbau weit im Buch der Musikgeschichte zurückblättern muss und warum das neue Urheberrecht ein paar Fragen offenlässt.

Wenn „Magnum“ eine Anwaltskanzlei besucht

Wenn „Magnum“ eine Anwaltskanzlei besucht

Im Pilotfilm der Achtzigerjahre-Serie Magnum muss sich der TV-Detektiv unerkannt auf ein Grundstück pirschen und den geparkten Ferrari „stehlen“. Glückt ihm das, darf er als Sicherheitsberater mietfrei im Gästehaus wohnen. Raoul Classen macht es ähnlich in Anwaltskanzleien. Na ja, nicht ganz so, und wohnen will er da auch weniger. Schwachstellenanalyse nennt sich sein Job dann. Classen ist seit rund 30 Jahren als Detektiv tätig, vor allem mit Juristen arbeitet er eng und gern zusammen. Ein Gespräch über abhörsichere Konferenzräume, spontane Parkausflüge mit Anwälten und warum Gerichtsflure die perfekte Informationsquelle sind.

„In jeder Software zeigt sich auch die Weltsicht der Programmierer“

„In jeder Software zeigt sich auch die Weltsicht der Programmierer“

Der Alltag verdichtet sich immer mehr als digitaler Tummelplatz und wirft fortlaufend neue Rechtsfragen auf. Dies spiegelt sich auch in der Digitalisierung im Gesundheitswesen und birgt mehr Probleme als den viel zitierten „gläsernen Patienten“. Zeit für ein Telefonat mit Rechtsanwalt Hans-Hermann Dirksen von Liebenstein Law in Frankfurt, der sich hierzu in einem großen Netzwerk austauscht. Ein Gespräch über Apps, Pflege-Roboter und warum er Bewerber nach Instagram fragt.

„Anwälte müssen Fristen auch selten bearbeiteter Rechtsgebiete kennen“

„Anwälte müssen Fristen auch selten bearbeiteter Rechtsgebiete kennen“

Häufig stützen Anwälte einen Antrag auf Wiedereinsetzung darauf, dass die Rechtsmittelbelehrung des Gerichts falsch war. Der BGH hat in seiner Entscheidung vom 24.01.2018 (Az. XII ZB 534/17) betont, dass die Belehrung dann jedoch „offenkundig falsch“ gewesen sein muss. Aber wann ist sie das? Vor allem in Familienrechtsmandaten stoßen fachfremde Anwälte schnell auf „ungewöhnliche“ Regelungen. Ein Anruf in Berlin bei Rechtsanwältin Eva Becker, die sich damit auskennt und weiß: Gerichtliche Belehrungen brauchen ein wachsames Auge.

„Als ich anfing, steckte das Recht der erneuerbaren Energien noch in den Kinderschuhen“

„Als ich anfing, steckte das Recht der erneuerbaren Energien noch in den Kinderschuhen“

Dr. Oliver Frank ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verwaltungsrecht. Er arbeitet in der Kanzlei Engemann & Partner Rechtsanwälte mbB im Bereich des Rechts der erneuerbaren Energien und berät Unternehmen und Privatpersonen, die Windkraftanlagen errichten und betreiben wollen. Ein Gespräch über erneuerbare Energien, Vogelbrutzeiten und warum es schon mal acht Jahre dauern kann, bis die Rotorblätter Fahrt aufnehmen.

„Wat hett de Richter seggt?“

„Wat hett de Richter seggt?“

Ein Gespräch mit Rechtsanwalt Rolf-Michael Eggert über Plattdeutsch vor Gericht, problematische Windräder und warum es Anwälten wie Landärzten geht: Nachfolger zu finden, ist und bleibt extrem schwer.

Versteh' mich doch! Kanzleikorrespondenz effektiv formulieren

Versteh' mich doch! Kanzleikorrespondenz effektiv formulieren

Klar und verständlich zu kommunizieren, ist für Unternehmen, Dienstleister und Freiberufler essenziell. Kaum jemand hat Zeit und Lust, Schachtelsätze in den Versteh-Modus zu schubsen oder unnötig Fremdwörter nachzuschlagen. Und wie ist das bei Anwälten, bei deren Juristenjargon komplizierte Sprache fast "Programm" ist? Mit klugen Ideen lassen sich auch Korrespondenz-Stile in Kanzleien entschlacken und Geschriebenes auf Verständlichkeit trimmen. In diesem Beitrag kommen ein paar Fachleute zu Wort, die sich damit auskennen. 

„Für Juristen ist Sprache ein zentrales Unterscheidungskriterium“

„Für Juristen ist Sprache ein zentrales Unterscheidungskriterium“

Effektiv und zeitgemäß mit Mandanten kommunizieren: hier bieten sich Anwälten unterschiedlichste Ansätze. Aber ist das nicht auch ein idealer Tummelplatz für Legal-Tech-Tüftler? Nicht unbedingt, denn die Anbieter kämpfen in einem schwierigen Markt, weiß der Münchner Rechtsanwalt und Legal-Tech-Kenner Simon Ahammer. Im Interview erklärt er, warum Anwälte sich in den Ausdrucksstil nicht gerne hereinreden lassen und warum die deutsche Sprache es Lösungen mittels Künstlicher Intelligenz nicht gerade einfach macht.