„Alles was drumherum passiert, dafür hat der Anwalt keine Zeit“

„Alles was drumherum passiert, dafür hat der Anwalt keine Zeit“

Psychosoziale Prozessbegleiter unterstützen Opfer von Straftaten, bereiten sie auf Gerichtsverhandlungen vor und fungieren darüber hinaus als hochqualifizierte Lotsen im sozialen Umfeld der Betroffenen. Sie arbeiten eng mit Juristen zusammen, davon profitieren Anwälte bei der Mandatsführung enorm. Ein Gespräch über die herausfordernde Arbeit mit psychisch und körperlich kranken Menschen, weshalb eine Begleitung durchaus mehrere Jahre dauern kann und warum es wichtig ist, dass ein Anwalt weiß, wie er ein Grinsen des Mandanten einordnen muss.

„Manche Spionageattacken im Büro klingen nach James Bond“

„Manche Spionageattacken im Büro klingen nach James Bond“

Der Jurist Dr. Marc Maisch ist Sozius der Kanzlei Maisch Mangold Schwartz Rechtsanwälte in München. Als Rechtsanwalt und Fachanwalt für IT-Recht ist er auf IT-Vertragsrecht, Datenschutz und Cybercrime spezialisiert. Als Gründer der Plattform Datenklau-Hilfe.de unterstützt er Unternehmen und Verbraucher im Kampf gegen Internetkriminalität, gemeinsam mit seinem Team aus Ermittlern, IT-Forensikern und IT-Security-Experten. Viele seiner Mandanten werden aufgrund Fake-Profilen und Online-Kontakten zu Opfern von Erpressungsversuchen. Das kann auch Anwälten passieren, erklärt Maisch im Interview.

Schlag zwölf: Kurz vor Fristablauf das beA falsch bedienen ist Anwaltsverschulden

Schlag zwölf: Kurz vor Fristablauf das beA falsch bedienen ist Anwaltsverschulden

Erinnern Sie sich? Mitternacht, Geisterstunde. In den Kanzleien trieben dann zwar keine Gespenster in Roben ihr Unwesen. Aber es war schon schaurig genug, vor 0.00 Uhr noch einen fristwahrenden Schriftsatz per Telefax an das Gericht zu schubsen. Weiteren Grusel gab es dann nicht selten gratis dazu: Störungen in der Leitung, das Fax blockiert, die Übermittlung bricht ab. Nur, weil das beA das Telefax abgelöst hat, sind solche Probleme nicht passé. Dies zeigt eine aktuelle Entscheidung des OLG Frankfurt/Main (Beschl. v. 03.11.2021, Az. 6 U 131/21): Versäumt ein Anwalt kurz vor Mitternacht eine Frist, da er ein fehlerhaft betiteltes Dokument noch schnell umbenennen will, geht das zu seinen Lasten.

„Mandanten sind meist am künstlerischen Prozess direkt beteiligt“

„Mandanten sind meist am künstlerischen Prozess direkt beteiligt“

Als Kind einer Schauspielerin wuchs Anna Umberg zwischen Theaterstühlen und Bühne auf. Kein Wunder, dass sie heute als Fachanwältin für gewerblichen Rechtsschutz in der Kanzlei horak.Rechtsanwälte Schauspieler und Bühnenkünstler berät. Ein Gespräch über die knappen Mittel im Theaterbetrieb, viel juristisches Engagement und mühsames Agieren vor Gericht.

 „Kaum ein Rechtsbereich, in dem keine Inhouse-Juristen arbeiten“

„Kaum ein Rechtsbereich, in dem keine Inhouse-Juristen arbeiten“

Die Lufthansa Group ist ein weltweit operierender Luftverkehrskonzern mit rund 110.000 Mitarbeiter:innen. Während Laien meist nur an die Flieger mit dem Kranich-Logo denken, setzt sich das Unternehmen aus vielen Sparten zusammen. Rechtsanwalt Henning Großmann sitzt mit im juristischen Cockpit. Im Gespräch erklärt er, wie Juristen als Bindeglied zwischen den Unternehmensbereichen arbeiten. Denn von denen kommt keiner ohne juristische Expertise aus.

 „Viel Spezialwissen und Verhandlungsgeschick erforderlich“

„Viel Spezialwissen und Verhandlungsgeschick erforderlich“

Susan Beaucamp ist seit 1990 als Rechtsanwältin zugelassen. Sie hat sich auf Hunde- und Pferderecht spezialisiert und betreibt mit ihrem Mann eine Kanzlei in Krefeld. Im Interview geht es vor allem um das Juristenhandwerk und die Mandatsführung im sogenannten Hunderecht. Immerhin: das sind in Deutschland derzeit 10,7 Millionen potenzielle „Mandanten“. Ein Gespräch über Landeshundegesetze, Pferdeanwälte, die von Pferden wenig Ahnung haben, und hochemotionale Fallgestaltungen, wenn Hunde in Quarantäne müssen.

„Man muss intensiv netzwerken und internationale Konventionen kennen“

„Man muss intensiv netzwerken und internationale Konventionen kennen“

Seit 2012 ist die Juristin Franziska Vilmar als Fachreferentin für Asylrecht und Politik bei Amnesty International tätig. Erfahrungen sammelte sie früh: Während des Studiums war Vilmar im Arbeitskreis Juristinnen für bedrohte Richterinnen und Anwältinnen aktiv, arbeitete schon in den Neunzigerjahren ehrenamtlich bei Amnesty. Was macht eine Juristin dort? Ein Gespräch über die Analyse von Gerichtsentscheidungen, Lobbyarbeit im Bundestag und warum ein großer Teil des Jobs Netzwerkarbeit ist.

„Ohne Affinität zur Kunst ist man als Anwalt hier nicht erfolgreich“

„Ohne Affinität zur Kunst ist man als Anwalt hier nicht erfolgreich“

Jan Froehlich betreut Mandanten aus der Kreativ- und Kulturbranche, das Kuratorenrecht gehört zu seinem Kerngeschäft. Ein Gespräch über juristische Probleme im Ausstellungsbetrieb, Raubkunst und warum es für Juristen künftig auch darum geht, ob ein Künstler oder eine Maschine ein Kunstwerk erschaffen hat.

„Musiker aus einem Vertrag heraus zu verhandeln, ist sehr schwierig“

„Musiker aus einem Vertrag heraus zu verhandeln, ist sehr schwierig“

Rechtsanwalt Philipp Beck ist seit 2006 als Rechtsanwalt zugelassen und betreibt eine Kanzlei in Flensburg. Er berät sowohl Unternehmer als auch Privatpersonen. Zu seinen Mandanten aus der Kreativbranche zählen vor allem Musiker. Seine juristische Unterstützung besteht vor allem darin, Verträge mit Musiklabels zu prüfen und bezüglich Verwertungsrechte zu beraten. Ein Gespräch über den noch jungen Typus des selbstvermarktenden Musikers, wieso man beim Wort Künstleraufbau weit im Buch der Musikgeschichte zurückblättern muss und warum das neue Urheberrecht ein paar Fragen offenlässt.

Wenn „Magnum“ eine Anwaltskanzlei besucht

Wenn „Magnum“ eine Anwaltskanzlei besucht

Im Pilotfilm der Achtzigerjahre-Serie Magnum muss sich der TV-Detektiv unerkannt auf ein Grundstück pirschen und den geparkten Ferrari „stehlen“. Glückt ihm das, darf er als Sicherheitsberater mietfrei im Gästehaus wohnen. Raoul Classen macht es ähnlich in Anwaltskanzleien. Na ja, nicht ganz so, und wohnen will er da auch weniger. Schwachstellenanalyse nennt sich sein Job dann. Classen ist seit rund 30 Jahren als Detektiv tätig, vor allem mit Juristen arbeitet er eng und gern zusammen. Ein Gespräch über abhörsichere Konferenzräume, spontane Parkausflüge mit Anwälten und warum Gerichtsflure die perfekte Informationsquelle sind.